Studie
Kinderwunsch der Deutschen nimmt weiter ab

Viele Deutsche wollen keine Kinder mehr. Einer Studie zufolge hat der Kinderwunsch bei jungen Frauen und Männern in den vergangenen Jahren stark abgenommen. Bundesminister Schily fordert einen Mentalitätswandel.

BERLIN. Der durchschnittliche Wert für den Kinderwunsch sank auf 1,7 Kinder je Familie. Das ergab eine Studie des Wiesbadener Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB), die das Bundesinnenministerium am Montag veröffentlichte. In der Gruppe der 20- bis 39-Jährigen wünschten sich 14,6 Prozent der Frauen und 26,3 Prozent der Männer keine Kinder.

Die Zahl der gewünschten Kinder liege damit nur noch geringfügig über der tatsächlichen Geburtenrate von 1,4 Kindern. Zu Beginn der 90er Jahre hätten sich Familien noch durchschnittlich 2,0 Kinder gewünscht. Bei den Frauen hätten damals 9,9 Prozent und bei den Männern 11,8 Prozent kinderlos bleiben wollen.

Bundesinnenminister Otto Schily forderte als Konsequenz aus der Studie eine offensive Wertedebatte. „Wir müssen in Deutschland den Wert von Kindern, von Familien, vom menschlichen Miteinander der Generationen im öffentlichen Bewusstsein stärken.“

Der abnehmende Kinderwunsch stehe in deutlichem Widerspruch zu der Bedeutung, die in der Bevölkerung der Solidarität zwischen den Generationen zugemessen werde, heißt es weiter. 84,4 Prozent der Befragten hätten sich dafür ausgesprochen, dass die Gesellschaft durch angemessene Institutionen und Dienste für die Pflege sorgen solle.

Es seien aber auch 73,5 Prozent der Auffassung gewesen, dass sich die Kinder im Falle der Pflegebedürftigkeit um die Älteren kümmern sollten. Rund zwei Drittel der Befragten würden dies sogar als Pflicht für Angehörige ansehen.

Die Studie ist nach BiB-Angaben Teil einer internationalen Befragung in 14 europäischen Ländern, bei der die Teilnehmer zu ihren Kenntnissen, Einstellungen und Meinungen zum demographischen Wandel befragt wurden. In Deutschland wurden insgesamt 4000 Menschen befragt.

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