Stuttgart
Ärzte protestieren gegen Unterbezahlung

Mehrere tausend Mediziner aus ganz Deutschland haben erneut gegen schlechte Arbeitsbedingungen an den Universitätskliniken protestiert. Die Politik zeige kein Interesse daran, der schlechten Bezahlung sowie der zahlreichen unentgeltlichen Überstunden entgegenzuwirken.

HB BERLIN. Leider müsse man Druck ausüben, um etwas zu erreichen, sagte der Vorsitzende des Klinikärzteverbands Marburger Bund, Frank Ulrich Montgomery, am Rande der Demonstrationen in Stuttgart dem Deutschlandradio Kultur. Die Politik vertröste die Ärzte seit zehn Jahren. Stattdessen habe man über Nacht die Tarifverträge gekündigt und jungen Ärzten 15 Prozent ihres Gehalts gestrichen.

„Das ging ganz, ganz schnell, und wir zeigen jetzt der Politik, dass wir auch ganz, ganz schnell agieren können“, sagte Montgomery. Die Ärzte hätten in den vergangenen zehn Jahren einen Reallohn-Verlust von 7,5 Prozent hinnehmen müssen, so Montgomery.

Der Marburger Bund hat die Ärzte an Universitätskliniken zu Protesten und zur Teilnahme an der Großkundgebung in Stuttgart aufgerufen. Er erwarte dort zu der zentralen Veranstaltung 3000 bis 5000 Teilnehmer, sagte Montgomery. Es wäre die zweite Großkundgebung nach einer Streikwoche Anfang August, zu deren Abschluss-Kundgebung rund 3000 Ärzte nach Berlin gekommen waren.

Montgomery hatte zuvor eine Ausweitung der wöchentlichen Arbeitszeit auf 42 Stunden sowie die Streichung des Weihnachts- und Urlaubsgeldes als Kampfansage an alle Klinikärzte bezeichnet.

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