Tarifrunde im öffentlichen Dienst
Tarifrunde: Länder sollen acht Prozent mehr bezahlen

Die Dienstleistungs-Gewerkschaft Verdi und der Beamtenbund fordern für die rund 800 000 Landesbediensteten im öffentlichen Dienst acht Prozent mehr Geld. Das gab Verdi-Chef Frank Bsirske am Dienstag in Berlin bekannt.

HB BERLIN/HANNOVER. Bsirske sagte, die Bediensteten müssten mindestens eine Entgelterhöhung um 200 Euro erhalten. Die Vergütung für die Auszubildenden solle um 120 Euro steigen.

Bsirske hatte die öffentlichen Arbeitgeber zuletzt auf eine harte Tarifrunde eingestimmt und Abstriche wegen der Konjunkturkrise abgelehnt. Er hatte kritisiert, dass es selbst auf dem Höhepunkt des wirtschaftlichen Aufschwungs Reallohnverluste gegeben habe. 2008 waren die Einkommen der Landes-Beschäftigten um 2,9 Prozent erhöht worden.

Der Chef des Deutschen Beamtenbundes (DBB), Peter Heesen, sagte, es könne nicht sein, dass Milliarden-Schutzschirme für die Bankenwelt aufgespannt, die Beschäftigten im öffentlichen Dienst vom Staat aber im Regen stehen gelassen würden. „Deshalb passt die Forderung von acht Prozent auch in die Landschaft“, sagte Heesen.

Der Vorsitzende der Tarifgemeinschaft der Länder, Niedersachsens Finanzminister Hartmut Möllring, lehnte die Gewerkschaftsforderung erwartungsgemäß ab. „Das ist völlig unakzeptabel und abwegig. Das können wir nicht bezahlen“, sagte der CDU-Politiker. Verdi müsse angesichts leerer Länderkassen Vernunft walten lassen, forderte Möllring. „Notfalls müssen wir aber auch wieder einen Streik aushalten“, sagte er.

Die Tarifrunde im öffentlichen Dienst soll am 19. Janaur in Berlin beginnen. Im März wurden für die 1,2 Mio. kommunalen und Bundesbeschäftigten für 2008 und 2009 Lohnzuwächse von acht Prozent vereinbart. Von den rund zwei Mio. Beschäftigten im öffentlichen Dienst arbeiten rund 800 000 in den Ländern.

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