Thierse würdigt Amtszeit von Rau
Köhler wirbt für neuen Aufbruch

Bundespräsident Horst Köhler hat für einen neuen Aufbruch und einen Mentalitätswechsel in Deutschland geworben. Das Land stecke unübersehbar in großen wirtschaftlichen Schwierigkeiten, sagte Köhler am Donnerstag in seiner Antrittsrede als Staatsoberhaupt.

HB BERLIN. Zuvor hatte er in einer gemeinsamen Sitzung von Bundestag und Bundesrat in Berlin seinen Amtseid abgelegt. Bundestagspräsident Wolfgang Thierse und der Thüringer Ministerpräsident Dieter Althaus als Bundesratspräsident würdigten die Verdienste von Köhlers Vorgänger Johannes Rau.

Köhler sagte in seiner ersten Rede als Bundespräsident, es machten sich in der Gesellschaft neue Spaltungstendenzen bemerkbar. „Wir haben es nicht geschafft, den Sozialstaat rechtzeitig auf die Bedingungen einer alternden Gesellschaft und einer veränderten Arbeitswelt einzustellen.“ Er erinnerte an die Ruck-Rede des früheren Bundespräsidenten Roman Herzog von 1997. „Warum bekommen wir den Ruck immer noch nicht hin? Weil wir alle noch immer darauf warten, dass etwas passiert!“ Deutschland brauche aus ureigenstem Interesse einen neuen Aufbruch. „Wir müssen die Spaltungen in unserer Gesellschaft überwinden.“

Köhler hat die Parteien zu konstruktiver Zusammenarbeit aufgefordert. „Wir können uns trotz aller Wahlen kein einziges verlorenes Jahr für die Erneuerung Deutschlands mehr leisten“, sagte Köhler am Donnerstag in seiner Antrittsrede an die Adresse von Bundesregierung und Opposition. Die Reform-„Agenda 2010“ der rot-grünen Regierung weise in die richtige Richtung. „Was wir jetzt brauchen, ist Konsequenz und Stetigkeit bei der Fortsetzung dieses Weges.

Rau ruft zu Solidarität mit Schwachen auf

Der scheidende Bundespräsident Johannes Rau hat zuvor die Deutschen zu Solidarität und praktizierter Nächstenliebe aufgerufen. „Solidarität ist mehr als das Bündnis der Schwachen mit den Schwachen“, sagte Rau am Donnerstag in seiner Abschiedsrede im Berliner Reichstagsgebäude. Solidarität bedeute das Einstehen der Starken für die Schwachen und dass man gelegentlich das Wohl der ganzen Gesellschaft über die eigenen Belange stelle.

Thierse würdigt Amtszeit von Rau

Bundestagspräsident Wolfgang Thierse hat zum Auftakt der gemeinsamen Sitzung von Bundestag und Bundesrat zur Vereidigung des neuen Bundespräsidenten Horst Köhler die fünfjährige Amtszeit von dessen Vorgänger Johannes Rau gewürdigt. Unzählige Zeichen von Respekt und Vertrauen habe Rau erhalten. Zu den Höhepunkten seiner Amtszeit hätten die Besuche und Reden vor den Parlamenten in Israel und Polen gehört, sagte Thierse am Donnerstag im vollbesetzten Plenum im Berliner Reichstag.

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