Thüringen
Ärzte-Prognose für Althaus erfreut CDU

Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) wird nach seinem schweren Skiunfall seinen Ärzten zufolge „noch vor der Sommerpause“ in die Politik zurückkehren können. Einen genauen Zeitpunkt nannte der ärztliche Leiter der Reha-Klinik Schmieder, Prof. Joachim Liepert, am Dienstag in Allensbach am Bodensee aber nicht.

HB ALLENSBACH. Die Ärzte gehen davon aus, dass Althaus wieder ganz gesund wird. Noch aber seien Ruhe und Entspannung wichtig für den Heilungsprozess.

Die Thüringer CDU-Spitze begrüßte die Aussagen der Ärzte. „Ich weiß, dass Dieter Althaus weiter Politik machen will und fühle mich durch die Aussagen der Ärzte bestätigt“, sagte der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion in Thüringen, Mike Mohring, dem Handelsblatt. „Wichtig ist, dass Dieter Althaus dann wieder 100 Prozent fit ist. Deshalb hat er von uns aus auch alle Zeit der Welt, um zu genesen“, so Mohring weiter.

Ähnlich äußerte sich der Landesgeschäftsführer der CDU Thüringens Andreas Minschke. „Dieter Althaus soll alle Zeit haben, die er zur Genesung braucht“, sagte er. Althaus Ehefrau Katharina passe auf ihren Mann „gut auf“, so der CDU-Wahlkampfmanager. Minschke verwies darauf, dass es keine Fristen für eine Entscheidung von Althaus gebe. Insbesondere auf der Landesdelegiertenversammlung am 14. März reiche eine schriftliche Bekundung des Ministerpräsidenten aus, dass er kandidieren wolle. Erst 66 Tage vor der Wahl müssen die Landeslisten der CDU wie der anderen Parteien endgültig stehen und beim Landeswahlleiter eingereicht werden, so Minschke. Damit ist der 25. Juni der letzte Termin für eine Entscheidung von Althaus.

Althaus war am 1. Januar beim Skilaufen in Österreich mit einer 41-jährigen Frau zusammengeprallt, die daraufhin starb. Der 50- Jährige erlitt ein schweres Schädel-Hirn-Trauma.

Der Ministerpräsident habe nie einen Zweifel daran gelassen, dass er wieder politisch aktiv werden wolle, berichtete Liepert. Der Tod seines Vaters und die Beerdigung hätten den Prozess der Genesung verzögert, aber insgesamt die positiven Entwicklungen der vergangenen Wochen nicht beeinträchtigt. „Herr Althaus braucht Ruhe für seine Genesung“, betonte Liepert. Deshalb sei die Besuchsregelung weiterhin notwendig. Zugang zu dem Patienten haben gegenwärtig nur Familienangehörige.

Mit einer Vernehmungsfähigkeit von Althaus rechnete der Mediziner etwa Mitte März. Gegen den Regierungschef ermittelt die Staatsanwaltschaft in Österreich wegen fahrlässiger Tötung. An den Unfall selbst und die Minuten davor erinnere sich Althaus jedoch nicht. „Dass die Erinnerung zurückkommen wird, ist sehr unwahrscheinlich“, sagte Liepert.

Probleme mit dem Langzeitgedächtnis habe der Patient nicht. Zu schaffen machten ihm aber noch Konzentrationsfähigkeit und Ausdauer. „Eine Zeitung von vorn bis hinten durchlesen, wäre momentan noch zu viel Konzentration“, erklärte der Neurologe. Ab etwa Mitte März seien aus ärztlicher Sicht dann auch wieder Kontakte zu Politikern möglich. „Dann sollten aber nicht gleich jeden Tag 50 politische Freunde anrufen“, meinte Liepert.

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