Trennbank-Vorschlag
Steinbrück streitet mit Deutsche-Bank-Chef Fitschen

Bei einer gemeinsamen Diskussionsveranstaltung stritt SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück mit Deutsche-Bank-Chef Fitschen über die Lehren aus der Finanzkrise. Vor allem beim Thema Regulierung gerieten beide heftig aneinander.
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Der designierte SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hat sich in Berlin einen heftigen Schlagabtausch mit Deutsche-Bank-Chef Jürgen Fitschen geliefert und seinen Vorschlag eines Trennbanken-Systems verteidigt. "Mein Modell, das normale Kredit- und Einlagengeschäft vom Investmentbanking zu trennen, ist keine sozialistische Anwandlung von mir, sondern ein Vorschlag, der in Europa und den USA breit diskutiert wird", sagte er auf einer Tagung des Bankenverbandes über Regulierung in Berlin. "Deshalb ist es keine Lex Deutsche Bank."

Fitschen widersprach vehement. "Sie treffen damit große Banken, und die Deutsche Bank ist die einzige Großbank, die wir in Deutschland noch haben", sagte Fitschen. Die Großindustrie Deutschlands brauche gerade die Verbindung von Krediten und Derivategeschäft. Dies, konterte Steinbrück, könne die Deutsch Bank ja auch als eine Holding weiter anbieten. Es gehe ihm nur darum, den Steuerzahler vor Verlusten aus exzessiven Geschäften zu schützen.

Ob Eigenkapitalanforderungen, Hochfrequenzhandel oder Boni: Steinbrück und Fitschen schenkten sich nichts. "Als Finanzminister der Großen Koalition waren Sie doch auch für globale Standards in der globalen Welt. Bleiben Sie doch dabei!" verlangte Fitschen. Die dürften aber nicht auf dem kleinsten gemeinsamen Nenner sein, konterte Steinbrück.

Einig waren sie sich nur darin, dass Banken auch scheitern können müssen, ohne dass der Steuerzahler sie auffangen müsse. Steinbrück sagte, er wolle nie wieder, dass Politiker an Wochenenden Milliarden für die Bankenrettung finden müssten. Es sei aber doch schon viel dagegen unternommen worden, sagte Fitschen. Die Lage sei heute doch eine andere als vor vier Jahren.

In die Vorhand kam Fitschen kurz, als die Rede darauf kam, dass auch Staatsanleihen unsicher seien und mit Eigenkapital unterlegt gehörten. "Wir reden also darüber, woher der Staat seinen Kredit bekommt, wenn Sie zu hart regulieren",  triumphierte er. "Das zeigt ja die Erpressbarkeit des Staates", sagte Steinbrück - und wurde nach der Beschwerde Fitschens, er Sie kein Erpresser,  konziliant: "okay, nehme ich das Florett: die Abhängigkeit der Staaten". Von dieser müsse sich der Staat befreien - eben durch Regulierung. Sprach's - und beide Herren mussten nach eine halben Stunde dringend zu weiteren Terminen, getrennt.

Donata Riedel ist Handelsblatt-Korrespondentin in Berlin.
Donata Riedel
Handelsblatt / Korrespondentin

Kommentare zu " Trennbank-Vorschlag: Steinbrück streitet mit Deutsche-Bank-Chef Fitschen"

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  • Wer nichts zur Sache zu sagen hat, sollte eigentlich den Mund halte.

  • Woher soll dann die Einlagenbank und die Investitionsbank das Geld bekommen, welches sie mit Subprime Papieren dann verzocken kenn? Im Endeffekt gibts dann doch eine Bankenstruktur die die Einlagenbank und die Kreditbank miteinander verbindet.

  • Steinbrück sollte sich mit Asmussen streiten. Die Lobbyarbeit ist bekannt.

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