Umfrage
Drittel der SPD-Mitglieder erwägt Austritt

Die Nominierung von Gesine Schwan als SPD-Präsidentschaftskandidatin, Glaubwürdigkeitsprobleme von SPD-Chef Kurt Beck und das Liebäugeln mit der Linkspartei – das ist für viele Sozialdemokraten offenbar zuviel. Gut ein Drittel der SPD-Mitglieder denkt laut einer aktuellen Umfrage über einen Austritt aus der Partei nach.

HB BERLIN. 36 Prozent bejahten die Frage, ob sie angesichts der Turbulenzen der Partei in letzter Zeit über einen Parteiaustritt nachgedacht hätten, wie die am Mittwoch veröffentlichte Forsa-Erhebung für das Magazin „Stern“ ergab. Sechs Prozent wollen demnach in Kürze austreten. Wie aus der Partei-Statistik hervorgeht, hatte die SPD Ende Mai 531 737 Mitglieder.

In wichtigen Fragen ist die Basis der SPD der Studie zufolge konträrer Auffassung. Dazu gehört die Kandidatur der Professorin Gesine Schwan bei der Bundespräsidentenwahl gegen Amtsinhaber Horst Köhler: 52 Prozent der SPD-Mitglieder begrüßen dies, 48 Prozent nicht.

Eine Zusammenarbeit mit den Linken wird von 59 Prozent abgelehnt, 37 Prozent sind dafür. Die Arbeit von Parteichef Kurt Beck bewerten nur 40 Prozent seiner Genossen gut bewertet, 60 Prozent dagegen schlecht.

Einen stärkeren Einfluss der Vize-Parteichefin Andrea Nahles vom linken Flügel wünschen 43 Prozent, 57 Prozent sind dagegen.

Insgesamt kann SPD nach der aktuellen Forsa-Umfrage vom unionsinternen Streit nicht profitieren und bleibt in der Wählergunst auf Rekordtief. Wie in der Vorwoche erreicht sie nur 20 Prozent, ergab die am Mittwoch veröffentlichte Erhebung für das Hamburger Magazin „Stern“ und den Fernsehsender RTL.

Die Union sinkt um einen Punkt auf 35 Prozent. Damit ist die Zustimmung zur großen Koalition so gering wie nie seit der Bundestagswahl: Zusammen erhalten Union und SPD nur 55 Prozent – bei der Wahl im September 2005 bekamen sie gemeinsam 69,4 Prozent.

Die FDP klettert dagegen um einen Punkt auf ein neues Jahreshoch von 14 Prozent. Die Linke hält ihren Höchstwert von 15 Prozent. Die Grünen verschlechtern sich um einen Punkt auf 11 Prozent.

Union und FDP erreichen somit zusammen 49 Prozent und liegen drei Punkte vor SPD, Grünen und Linken mit zusammen 46 Prozent.

Zur Stimmung unter den Sozialdemokraten befragte das Forsa-Institut vom 4. bis 6. Juni 801 repräsentativ ausgewählte SPD-Mitglieder, zur Parteienpräferenz vom 2. bis 6. Juni 2501 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger.

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