Umfrage
Schwarz-Gelb verteidigt Regierungmehrheit

Das TV-Duell vom vergangenen Sonntag hat Union und SPD einen Umfrageschub beschert. In der wöchentlichen Forsaumfrage können beide Partei zulegen, FDP und Linkspartei verzeichnen dagegen Stimmverluste.

HB BERLIN. An der Aussicht auf eine Regierungsmehrheit für CDU/CSU und FDP ändert sich laut dem am Mittwoch veröffentlichten "Stern-RTL"-Wahltrend aber nichts: Sie kommen gemäß den von Forsa ermittelten Zahlen zusammen auf 49 Prozent und liegen damit vor SPD, Grünen und Linkspartei mit insgesamt 45 Prozent.

Die Union legte zwei Punkte auf 37 Prozent zu. Die SPD gewann im Vergleich zur Vorwoche drei Punkte auf 24 Prozent. Die FDP sackte auf zwölf Prozent ab, ihren schlechtesten Wert seit Jahresbeginn in den Forsa-Umfragen. Die Linkspartei büßte seit der vergangenen Woche vier Punkte auf zehn Prozent ein, die Grünen gewannen einen Punkt auf elf Prozent.

Forsa-Chef Manfred Güllner erklärte die Gewinne für Union und SPD damit, dass das TV-Duell zu einer Polarisierung auf die beiden großen Parteien geführt habe. "Die Linke hat drastisch verloren, offenbar, weil Steinmeier in dem Duell so stark auf das Thema soziale Gerechtigkeit gesetzt hat", sagte er dem "Stern" laut Vorabmeldung.

Eine deutliche Mehrheit der Deutschen wünscht sich zudem einen Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan - für die persönliche Wahlentscheidung bei der Bundestagswahl spielt das Thema bei den meisten allerdings nur eine untergeordnete Rolle. Eine entsprechende Forsa-Umfrage für den "Stern" ergab, dass derzeit 55 Prozent der Befragten einen Rückzug der deutschen Soldaten befürworten, 38 Prozent sprechen sich dagegen aus. Der Trend einer immer stärkeren Ablehnung des militärischen Engagements am Hindukusch ist damit allerdings erstmals gebrochen. Noch im Juni hatten sich 61 Prozent für einen Rückzug der Bundeswehr ausgesprochen; damals waren kurz zuvor drei deutsche Soldaten ums Leben gekommen.

53 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass der in der vorvergangenen Woche von der Bundeswehr angeordnete Angriff auf zwei von den Taliban gekaperte Tanklaster das internationale Ansehen Deutschlands beschädigt hat, 39 Prozent sehen das nicht so. Bei dem Bombardement waren etwa 100 Menschen getötet worden, darunter auch zahlreiche Zivilisten. Laut Forsa sind 19 Prozent der Deutschen der Ansicht, Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) sollte wegen des Luftangriffs zurücktreten, 68 Prozent halten das nicht für nötig.

Bei der Bundestagswahl am 27. September spielt das Thema Afghanistan nur eine Nebenrolle. Auf die Frage "Hat die Haltung der Parteien zum Abzug der Bundeswehr Einfluss auf Ihre Wahlentscheidung?" antworteten 3 Prozent der Befragten mit "sehr großen", 12 mit "großen" und 23 mit "weniger großen". Für 57 Prozent spielt Afghanistan gar keine Rolle.

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