Union und FDP waren völlig andere Ergebnisse vorhergesagt worden
Demoskopen erleben Debakel

Die ersten Prognosen und Hochrechnungen vom Sonntagabend bedeuten nicht nur ein Desaster für die Union, sondern auch für die Demoskopen. Insbesondere die Werte für die Union und für die Liberalen waren für die Meinungsforscher eine faustdicke Überraschung.

fmk/kin/kup DÜSSELDORF. Die CDU/CSU lag am Wahlabend mehr als fünf Prozentpunkte unter den zuvor vorhergesagten Werten von über 40 Prozent der Stimmen. Die FDP war in keiner der bisher angestellten Umfragen als zweistellig gehandelt worden. Viele Befragungen hatten sie kontinuierlich bei sechs bis sieben Prozent gesehen. Die anderen beiden kleinen Parteien, die Grünen und die Linkspartei, waren den Liberalen in den Befragungen vor der Wahl regelmäßig überlegen gewesen.

Bis zuletzt hatten die Wahlforscher sogar ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen einem schwarz-gelben Regierungsbündnis und einer Mehrheit von SPD, Grünen und Linkspartei vorhergesagt. Noch am Freitag vor der Wahl sah die letzte Umfrage des Forschungsinstituts Forsa vor der Wahl keine eindeutige Mehrheit für eines der beiden Lager. Auch die Zahl der unentschlossenen Wähler war noch recht hoch: Rund 25 Prozent der Wahlberechtigten hätten noch nicht entschieden, welcher Partei sie ihre Stimme geben sollten, sagte Forsa-Chef Manfred Güllner.

In den Umfragen hatte sich zunächst eine schwarz-gelbe Mehrheit abgezeichnet. Von Mitte Juli bis Ende August lag die Union konstant bei 42 bis 43 Prozent. Zusammen mit der FDP, die zwischen sechs und sieben Prozent pendelte, hätte dies eigentlich für eine knappe Regierungsmehrheit reichen müssen. Doch zwei Wochen vor der Wahl hatte sich offenbar der massive Wahlkampfeinsatz des Bundeskanzlers und die zunehmenden Unsicherheiten über den Unions-Finanzexperten Paul Kirchhof ausgewirkt. Nach dem TV-Duell zwischen Angela Merkel und Gerhard Schröder legte die SPD weiter zu - Schwarz-Gelb verlor die Mehrheit.

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