Unmut in der SPD-Basis
Sigmar Gabriel ist „Mister Zickzack“

Sigmar Gabriel schlägt stetig neuer Wut aus der SPD-Basis entgegen. Zuletzt erntete er nach einem umstrittenen Grexit-Kommentar einen Shitstorm. Spitzengenossen reiben sich die Hände. Seine Autorität ist angekratzt.
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BerlinAls Sigmar Gabriel sich gegen Mitternacht auf seiner Facebook-Seite zu Wort meldet und mitteilt, die SPD sei über Schäubles Idee eines Grexit auf Zeit „natürlich“ im Bilde, gibt es kein Halten mehr. Zornig schleudern viele der dortigen „Freunde“ dem Parteichef und Vizekanzler entgegen, er verrate SPD-Ideale, um als harter Hund in der Griechenland-Krise Punkte zu sammeln.

Gabriels Ansatz, der wie Kanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Wolfgang Schäuble (beide CDU) die Griechen zwar im Euro halten will, aber nicht um jeden Preis, kommt nicht gut an in seiner Partei. „So ein Wischi-Waschi hätten weder Bebel noch Brandt noch Schumacher je von sich gegeben. Bezieh' einmal eine Position für mehr als drei Tage oder trete zurück“, schreibt einer in Gabriels Kommentarleiste.

Die SPD verfolgt nach wie vor das Ziel, Griechenland in der Eurozone zu halten, wenn die dafür notwendigen Bedingungen...

Posted by Sigmar Gabriel on Saturday, July 11, 2015

Alles nur üble Stimmungsmache aus dem Netz gegen den SPD-Vorsitzenden? Keineswegs.

Bei den Sozialdemokraten ist bis hinauf in die Führung der Unmut über Gabriel stetig angeschwollen. Seine zahlreichen Alleingänge haben jenen Bonus weitgehend aufgezehrt, den sich Gabriel durch seine geschickte Verhandlungsführung beim Schmieden der großen Koalition mit der Union erworben hatte. Von der Diskussion mit Pegida-Leuten Anfang des Jahres in Dresden über den Kurswechsel bei der Vorratsdatenspeicherung bis nun zur harten Griechenland-Linie.

Ein Strategiepapier Gabriels, mit dem er die SPD stärker in die Mitte rücken will, wird von seinen Gegnern gleich zu einem Rechtsruck erklärt. Jetzt reiben sich selbst Spitzengenossen feixend die Hände, wenn an der Basis über „Mister Zickzack“ gespottet wird. Gabriels Autorität ist angekratzt.

Mit vollem Einsatz hat sich öffentlich bisher nur Fraktionschef Thomas Oppermann für Gabriel ins Zeug gelegt. Den SPD-Konvent zur Vorratsdatenspeicherung gewann der Parteichef mit weniger als 60 Prozent. Dafür musste er quasi die Vertrauensfrage stellen, was er nicht beliebig oft wiederholen kann.

Nun wird auch bei Griechenland deutlich, dass die SPD Gefahr läuft, in alte Muster zu verfallen und den eigenen Vorsitzenden anzuschießen. Wie soll das erst werden, falls Gabriel als Kanzlerkandidat in den Wahlkampf 2017 zieht? Oder muss doch noch Olaf Scholz ran?

Bei jedem scharfen Ton Gabriels in Richtung Athen schreien die Parteilinken auf: Griechenland quasi für fünf Jahre aus dem Euro zu werfen, wenn Athen keinen Reformen zustimme? Das geht nicht, meint Juso-Chefin Johanna Uekermann: „Als Europa-Partei darf die SPD einen solchen Vorschlag nicht mittragen.“ Und der linke Parteivize Ralf Stegner ergänzt: „Die halbstarken Grexit-Propagandisten haben von Europa und seinen Werten nix verstanden.“

Kommentare zu " Unmut in der SPD-Basis : Sigmar Gabriel ist „Mister Zickzack“"

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  • Ohne Gegenwehr der SPD hat die EU jetzt die Teil-Privatisierung Griechenlands beschlossen. Das ist eine Kaperbrief für moderne Freibeuter. Nur die Herstellung eines funktionierenden Staates mit Steuerzahler und weniger Korruption hilft Griechenland. Die Privatisierung von öffentlichen Gütern und Vermögen des Staates in einem korrupten Land hilft nur den Freibeutern.

  • Die Dümmsten sind immer die Tapfersten. Sie sehen die Gefahren nicht.

    Die Parteien entsenden ihre tapfersten Mitglieder in die vorderste "Front" der Politik.

    Noch Fragen?

  • "Sigmar Gabriel ist „Mister Zickzack“"

    Nie anders gewesen.

    Zuständig, baer nicht verantwortlich!

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