Urlaubsverzicht
Heftiger Protest gegen Steinbrücks Sparvorschlag

Finanzminister Peer Steinbrück hat in ein Wespennest gestochen. Für den Vorschlag, die Deutschen sollten künftig beim Urlaub sparen und mehr für die Altersvorsorge tun, muss er heftige Kritik einstecken. Die Reisebranche ist aufgebracht und der DGB wirft dem SPDler „merkwürdiges Politikverständnis“ vor. Doch Steinbrück erhält auch Applaus.

HB BERLIN. Bundesfinanzminister Peer Steinbrück steckt persönliche Kritik für den Vorschlag ein, zur Finanzierung der Altersvorsorge auf Urlaubsreisen zu verzichten. Das DGB-Vorstandsmitglied Claus Matecki warf dem Minister ein „merkwürdiges Politikverständnis“ vor. Schon jetzt müssten Millionen Deutsche unfreiwillig auf Urlaub verzichten, weil ihnen das Geld fehle, sagte er der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

„Herr Steinbrück dagegen dürfte sich wohl jeden Urlaub leisten können.“ Der SPD-Politiker hatte der „Hörzu“ gesagt, auf die Menschen kämen höhere Ausgaben für Alter, Gesundheit und Pflege zu: „Das heißt: Wir müssen im Zweifel auf eine Urlaubsreise verzichten, um für später vorzusorgen.“

Matecki sagte, die Bundesregierung greife den Bürgern durch höhere Mehrwertsteuer und steigende Sozialbeiträge tief in die Tasche. Das treffe vor allem Geringverdiener, die jetzt auch noch „auf einen sauer ersparte Urlaub verzichten sollen“. Die Nutznießer dieser Steuerpolitik müssten sich dagegen keine Sorgen darüber machen, ob sie in den Urlaub führen, sondern nur wohin.

Nach Berechnungen des Bundes der Steuerzahler bekommt Steinbrück monatlich Amtsbezüge von brutto 12 820 Euro. Seinen eigenen Urlaub verbrachte er dieses Jahr im Seebad Bansin auf der Ostseehalbinsel Usedom.

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Die Grünen Fraktionsvorsitzende Renate Künast sagte, Steinbrücks Forderung unmittelbar zum Ende des eigenen Urlaubs sei „besonders frech“: „Für jeden Reform-Murks von Schwarz-Rot sollen die Bürger blechen“.

Der Fraktionschef der Linkspartei im Bundestag, Gregor Gysi, sagte: "Wenn Herr Steinbrück die gut verdienenden Unternehmen gerechter besteuern würde, könnte er sich solche Ideen sparen. Das Problem in Deutschland ist nicht der Urlaub, den Millionen ohnehin nicht antreten können, sondern Politiker, die den Menschen ihren Urlaub nicht gönnen."

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