Vergütungen sollen steigen
Kassenärzte fordern höhere Honorare

Die mit der Gesundheitsreform geplante Aufhebung der starren Ärzte-Budgets könnte für Kassenpatienten teuer werden. Nach dem Willen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) soll die Vergütung der niedergelassenen Ärzte in dem neuen Honorarsystem um 4,5 bis fünf Mrd. Euro steigen.

BERLIN. Dies entspräche einer weiteren Beitragsanhebung um 0,4 bis 0,5 Prozentpunkte, hieß es in Koalitionskreisen. Entsprechend alarmiert reagierten gestern die Krankenkassen. Barmer-Chef Eckart Fiedler wies im Gespräch mit dem Handelsblatt die „völlig überzogenen Forderung“ zurück.

Nach dem Willen der schwarz-roten Koalition soll bis 2009 das bisherige System, in dem niedergelassene Ärzte für jeden Behandlungsschritt eine Punktzahl gutgeschrieben bekommen, deren Geldwert je nach Umsatz der Kollegen steigt oder fällt, abgeschafft werden. Stattdessen ist eine Euro-Gebührenordnung geplant, die an Diagnosen orientierte Pauschalhonorare vorsieht. Auch die starre Deckelung der Gesamtausgaben soll entfallen und durch vertragliche Vereinbarungen ersetzt werden.

Grundsätzlich begrüßte KBV-Vorstandsvorsitzender Andreas Köhler diese Pläne „ausdrücklich“. Bei der Ausgestaltung der Gebührenordnung gebe es eine „gewisse Inhaltsidentität“ zwischen den Vorstellungen der Ärzte und dem Eckpunktepapier der Koalition. Allerdings bemängelte er, dass die Gesundheitsreform keine nachhaltige Finanzierung des Systems vorsehe: „Wenn das nicht geklärt wird, droht das Ganze noch ins Wanken zu geraten.“

Der Hintersinn dieser Worte erschließt sich mit Blick auf die Vorstellungen der KBV zum künftigen Gesamtvolumen des Ärztehonorars. Eigentlich bestehe bei den niedergelassenen Medizinern wie bei ihren Kollegen im Krankenhaus bereits ein „Honorardefizit“ von 30 Prozent, rechnete Köhler vor. Ein Drittel davon könne man durch neue Steuerungsmechanismen auffangen. Tatsächlich bleibe ein „Mehrbedarf“ von 20 Prozent. Zuletzt standen für die ärztliche Vergütung rund 23 Mrd. Euro zur Verfügung. Köhler errechnete daraus für 2009 eine Forderung von 4,5 bis fünf Mrd. Euro. Bereits 2007 müssten die Bezüge in einem ersten Schritt um zehn Prozent angehoben werden, sagte er.

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