Verhandlungen mit Kommunen
Fronten bei Ärzte-Tarifverhandlungen verhärtet

Bei den Tarifverhandlungen für die Ärzte an kommunalen Krankenhäusern sind die Fronten zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften verhärtet. Auch am Montag zeichnete sich keine Annäherung der festgefahrenen Positionen ab. In großer Runde wurden die Gespräche am Abend fortgesetzt.

HB DÜSSELDORF. Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund will für die rund 70 000 Ärzte einen eigenen Tarifvertrag, bessere Arbeitsbedingungen und mindestens 15 Prozent mehr Gehalt erkämpfen. Parallel zu den Verhandlungen setzten die Mediziner ihre Streiks fort.

„Wir erwarten von den Arbeitgebern ein Angebot“, sagte der Verhandlungsführer der Ärztegewerkschaft, Lutz Hammerschlag. Er drohte mit dem Abbruch der Verhandlungen. Es werde kein neues Angebot geben, entgegnete der Verhandlungsführer der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände, Otto Foit. Bereits die bestehende Offerte übersteige die Möglichkeiten vieler Kliniken. Schon jetzt seien 43 Prozent der Krankenhäuser in den roten Zahlen, hieß es.

Die Verhandlungen seien „extrem schwierig“. Der Beginn der Verhandlungen verzögerte sich wegen interner Vorberatungen um rund zweieinhalb Stunden. Gleichzeitig gingen die Streikaktionen der Mediziner in mehreren Bundesländern in die vierte Woche. Mehrere tausend Ärzte in sieben Bundesländern und insgesamt 80 Städten legten die Arbeit nieder. Gestreikt wurde nach Angaben des Marburger Bundes in Bayern, Baden- Württemberg, Bremen, Rheinland-Pfalz, Hessen, Sachsen-Anhalt und im Saarland.

Nach Angaben des Marburger Bundes bedeutet das aktuelle Arbeitgeber-Angebot für einen jungen Assistenzarzt im Vergleich zum bislang gültigen Bundesangestelltentarif ein monatliches Minus von brutto 460 Euro. Die Berechnungen der Arbeitgeber seien eine Mogelpackung. Sie bezögen sich auf eine falsche Berechnungsgrundlage und klammerten wesentliche Punkte aus: Die Erhöhung der Arbeitszeit um 1,5 auf 40 Wochenstunden, die Kürzung von Weihnachts- und Urlaubsgeld sowie die gestreckten Gehaltsstaffeln. Die Arbeitgeber hatten nach ihrer Rechnung monatlich 600 Euro mehr geboten.

Die Ärztegewerkschaft verwies auf die im internationalen Vergleich niedrigen Bezüge der Ärzte in Deutschland. 6300 Ärzte arbeiteten bereits im Ausland, 5000 Stellen in Deutschland seien unbesetzt. Der Marburger Bund strebt weiterhin einen Abschluss wie für die Ärzte an den Uni-Kliniken an.

Aus dem Arbeitgeberlager hieß es, die Ärzte riskierten mit ihren hohen Forderungen eine Privatisierungswelle der 700 städtischen Kliniken und Kreiskrankenhäuser. Zudem sei der Flächentarifvertrag in Gefahr, wenn es zu keiner Einigung komme. „Seit 14 Tagen hat sich der Marburger Bund keinen Millimeter bewegt."

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