Vermeintliche Mängel
Experten sollen G36-Gewehr noch mal unter die Lupe nehmen

Das Verteidigungsministerium hat in Zusammenhang mit möglichen Mängeln am Sturmgewehr G36 eine Expertenkommission eingesetzt. Einem Bericht über Schadensersatzforderungen gegen Heckler & Koch folgte indes ein Dementi.
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BerlinDas Verteidigungsministerium hat einen Pressebericht dementiert, dem zufolge es wegen der Probleme mit dem Sturmgewehr G36 bereits Schadensersatzforderungen gegen den Hersteller Heckler & Koch prüft. „Es geht jetzt erst einmal um Aufklärung“, sagte ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur. Die Untersuchungen würden noch einige Monate dauern.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) sieht es als erwiesen an, dass das Gewehr in erhitztem Zustand nicht zuverlässig genug trifft. Noch im April soll eine gemeinsame Untersuchung des Bundesrechnungshofs, des Fraunhofer-Instituts und der Bundeswehr dazu vorgelegt werden.

Anschließend sollen zwei Kommissionen klären, ob Soldaten im Einsatz wegen Problemen mit dem Gewehr gefährdet wurden und warum jahrelang aus den Hinweisen auf mangelnde Treffsicherheit kaum Konsequenzen gezogen wurden.

Ein Team von Sachverständigen solle anhand des G36 der Frage nachgehen, ob es „strukturelle Schwachstellen im Management der Großorganisation Bundeswehr gibt“, teilte das Ministerium am Samstag mit. Geführt werde das Gremium vom Aufsichtsratsvorsitzenden der Commerzbank, Klaus-Peter Müller. Die Befunde seiner Untersuchung sollten auch „in die laufende Modernisierung des Beschaffungswesens einfließen“.

Bereits vor einer Woche war bekannt geworden, dass sich eine Kommission mit früheren Einsätzen mit dem G36 befassen soll. Dabei geht es laut Ministerium um die Frage, ob Soldaten durch mögliche Probleme mit der Waffe zu Schaden gekommen sind.

Dieses Gremium wird vom Grünen-Verteidigungspolitiker Winfried Nachtwei geführt; Mitglied wird nach seinem Ausscheiden aus dem Amt des Wehrbeauftragten des Bundestags im Mai auch der FDP-Politiker Hellmuth Königshaus.

Bevor beide Gremien die Arbeit aufnehmen, wird zunächst ein technischer Bericht zum G36 erwartet. Dieser solle „in den nächsten Tagen“ vorgelegt werden, sagte ein Ministeriumssprecher der Nachrichtenagentur AFP.

Der Abschlussbericht des im vergangenen Sommer in Auftrag gegebenen Gutachtens wird von Experten unter anderem des Ernst-Mach-Instituts der Fraunhofer Gesellschaft, des Bundesrechnungshofs und des Wehrwissenschaftlichen Instituts für Werk- und Betriebsstoffe erstellt.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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