Verordnung rezeptfreier Medikamente drastisch zurückgegangen
Kassen sparen bei rezeptfreien Medikamenten

Die Krankenkassen können sich infolge der Gesundheitsreform über große Einsparungen bei rezeptfreien Medikamenten freuen. Für die Industrie bedeutet dies deutliche Umsatzverluste.

HB BERLIN. Die Gesundheitsreform zeigt bei den rezeptfreien Medikamenten für die Krankenkassen offenbar erfreuliche Wirkung. Die Verordnung rezeptfreier Medikamente zu Lasten der Krankenkassen ist von Jahresanfang bis zum 27. März um 67 Prozent oder 370 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurückgegangen. Das geht aus Zahlen der unabhängigen Forschungseinrichtung IMS-Health hervor.

Für die Industrie ist dies mit einem deutlichen Umsatzrückgang verbunden, da die Patienten die Medikamente nur zum kleineren Teil aus der eigenen Tasche oder auf Privatrezept bezahlen. Insgesamt sind auf diesen beiden Wegen seit der neuen Verordnung nur 110 Millionen Euro Umsatz mehr gemacht worden, so dass ein Minus von 260 Millionen Euro bleibt. Nach der Gesundheitsreform müssen Krankenkassen rezeptfreie Medikamente nur noch in Ausnahmefällen bezahlen.

Doch nicht nur der Bezug rezeptfreier Medikamente, auch die Impfrate bei Kindern ging offenbar deutlich zurück. «Im Vergleich zum Vorjahr haben fast 30 Prozent weniger Eltern ihre Kinder gegen Masern impfen lassen», sagte Ursel Lindlbauer-Eisenach, Kinderärztin aus München und Mitglied der Ständigen Impfkommission, der Zeitung «Bild am Sonntag». Offenbar hätten viele Eltern nicht mitbekommen, dass der Besuch beim Kinderarzt keine Praxisgebühr kostet.

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