Versorgungsausgleich
Geschiedene sollen im Alter besser abgesichert werden

Geschiedene Frauen sollen mehr von der Altersversorgung ihrer Ex-Männer profitieren. Die Bundesregierung beschloss am Mittwoch in Berlin den Entwurf eines Gesetzes, das vor allem Nachteile für Frauen mit nur geringen eigenen Rentenansprüchen beseitigen soll.

HB BERLIN. „Künftig sind Chancen und Risiken der erworbenen Versorgungen gleichermaßen auf beide Ehegatten verteilt“, sagte Justizministerin Brigitte Zypries.

Ansprüche sollen nicht mehr mit Hilfe von Prognosen aufgerechnet, sondern wirklich geteilt werden. Dies soll nicht nur für die gesetzliche Rente gelten, sondern auch für die betriebliche und private Altersvorsorge. Die Anbieter der Versorgung sollen die Kosten der Teilung auf die Geschiedenen umlegen können.

Ehepartner, die etwa zu Hause bleiben und Kinder erziehen, können derzeit nach einer Scheidung ihre Ansprüche erst bei Eintritt ins Rentenalter geltend machen. In der Regel werde das aber nicht eingefordert, vor allem, wenn die Trennung schon lange zurückliegt, erklärte Zypries.

Künftig wird sofort bei einer Scheidung geteilt: „Jeder kriegt von allem die Hälfte.“ Das beuge späteren Konflikten vor und vermeide Wertverzerrungen.

Wenn ein Ehepartner ein Betriebsrentenkonto bei seinem Unternehmen hat, erhält der Ex-Partner dort auch ein Konto – mit jeweils den halben Ansprüchen. Allerdings können sich Mann und Frau auch abfinden lassen.

Bei Ehen, die höchstens zwei Jahre dauerten, fällt der Versorgungsausgleich völlig weg. Paare können damit schneller geschieden werden, die Gerichte werden entlastet.

Die Reform sei besonders wichtig, weil Zusatzversorgungen etwa aus Betriebsrenten oder privaten Versicherungen immer mehr zur Absicherung im Alter beitrügen, sagte Zypries.

Bislang würden die während der Ehezeit erworbenen Ansprüche bei der Scheidung hochgerechnet und dann über die gesetzliche Rentenversicherung verrechnet. Diese Verrechnung soll weggefallen.

Stattdessen werden die Ansprüche direkt bei den Versorgungsanbietern geteilt, so dass etwa die Ehefrau eine eigene Rente von einer privaten Versicherung bekommt, die vom Vertrages ihres Mannes abgezogen wird.

Das Gesetz soll zudem entschieden vereinfacht werden. „Im Moment werden da Hochrechnungen über die Rentenentwicklung gestellt, es gibt mathematische Formeln – so richtig durchschauen tut das keiner“, sagte Zypries.

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