Verwaltungsgericht
Entscheidung über Dr. Koch-Mehrin vertagt

Wurde Silvana Koch-Mehrin der Doktorgrad zurecht entzogen – oder sind die 120 angeblich abgeschriebenen Textstellen doch keine schwerwiegenden Plagiate? Wegen eines Verfahrensfehlers fällt das Urteil erst in zwei Wochen.
  • 6

KarlsruheDas Verwaltungsgericht Karlsruhe hat die Entscheidung darüber vertagt, ob die Universität Heidelberg der FDP-Politikerin Silvana Koch-Mehrin den Doktortitel zu Unrecht entzogen hat. Der Anwalt der FDP-Politikerin machte am Mittwoch vor dem Gericht vor allem Verfahrensfehler geltend. So zweifelt er an der Zuständigkeit des Promotionsausschusses, der Koch-Mehrin den Doktorgrad im Juni 2011 entzogen hat. Eine Prüfung ihrer Dissertation durch die Universität hatte ergeben, dass sie „in substanziellen Teilen aus Plagiaten besteht“. Auf rund 80 Textseiten der Dissertation finden sich über 120 Stellen, die nach Bewertung des Promotionsausschusses als Plagiate zu klassifizieren seien.

In der mündlichen Verhandlung am Mittwoch räumte Koch-Mehrins Anwalt zwar „Mängel an Quellennachweisen“ ein; diese seien jedoch bereits bei der Anerkennung als Dissertation bekanntgewesen. „Die Frage ist, ob dies den wissenschaftlichen Gehalt der Arbeit so wesentlich berührt“, sagte Rechtsanwalt Christian Birnbaum. Koch-Mehrin habe in ihrer Arbeit „ein paar Sachen herausgefunden, die vor ihr keiner rausgefunden hat“. Koch-Mehrin war selbst nicht zu der Verhandlung erschienen.

Universität und Klägerin haben nun zwei Wochen Zeit, schriftlich zu drei offenen verfahrenstechnischen Fragen Stellung zu nehmen. Unter anderem geht es um den Ablauf der Wahl des Promotionsausschusses. Die Kammer wird daraufhin ohne weitere mündliche Verhandlung entscheiden.

 
Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Verwaltungsgericht: Entscheidung über Dr. Koch-Mehrin vertagt"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • den "Dr." hätten Sie aber in Anführungszeichen setzen müssen...

  • ... so sind sie, unsere Staatsdiener. Wir haben sie alle zulange machen lassen was sie wollen. Wir alle müssen uns wieder mehr einmischen...

  • Eine ganz üble AbzockerIn.

    Man erkennt auch am ganzen Verfahren: Der Rausschmiß des Barons war seinerzeit bereits beschlossen, als von dessen Doktorarbeit noch keine Rede war. Es wurden ja bereits von gewissen Schurken der spd Skandale im Verteidigungsministerium, auf der Gorch Fock und in Afghanistan hochgekocht, um den Mann zu erledigen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%