VÖB-Präsident Sauer: Größe allein keine Garantie für geschäftlichen Erfolg
Koch-Weser stellt Bankensystem in Frage

Im Sparkassenlager hat der Vorschlag des Staatsekretärs im Bundesfinanzministerium, Caio Koch-Weser, Fusionen innerhalb der drei Banken-Säulen zu ermöglichen, einen Sturm der Entrüstung entfacht. Während die privaten Banken den Vorstoß begrüßen, halten auch die Genossenschaftsbanken die Debatte um das Drei- Säulen-Modell für kontraproduktiv.

fmd/po BERLIN. Gestern hat die Bundesregierung erstmals ihre Neutralität aufgegeben und sich offiziell für eine Reform des deutschen Bankenwesens ausgesprochen, das traditionell aus den drei Säulen private Banken, Genossenschaftsbanken sowie Sparkassen und Landesbanken besteht. Koch-Weser schrieb gestern in einem Gastbeitrag für die „Börsenzeitung“: „Um vermehrt Fusionen in allen drei Säulen und zwischen den Säulen zu ermöglichen, müsste – sofern Letzteres von den Eigentümern gewünscht würde – im Bereich der öffentlich-rechtlichen Banken über alternative Rechtsformen nachgedacht werden. Auch das Regionalprinzip sollte in die Reformüberlegungen mit einbezogen werden, da es in gewisser Weise die Entfaltungsmöglichkeiten wettbewerbsstarker Banken verhindert.“

Sowohl der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV), Dietrich Hoppenstedt, als auch der Präsident des Bundesverbands Öffentlicher Banken (VÖB), Hans Dietmar Sauer, zeigten sich irritiert, dass ein Mitglied der Bundesregierung die Position der Konkurrenz, nämlich der privaten Banken, öffentlich vertritt. Im Lager der öffentlich-rechtlichen Institute geht man davon aus, dass Koch-Weser im Wesentlichen die Positionen des Internationalen Währungsfonds (IWF) übernommen hat. Der IWF-Bericht über das deutsche Bankensystem soll in der kommenden Woche veröffentlicht werden, Auszüge sind bereits bekannt.

Bei den privaten Banken lief Koch-Weser offene Türen ein. „Wir haben immer gesagt, dass die 3-Säulen-Struktur des deutschen Bankenwesens nicht zukunftsfähig ist.“ Bislang habe die Politik meist auf der Seite der Sparkassen gestanden. Wenn die Regierung an dieser Stelle ihre Meinung ändere, sei das „sehr, sehr“ positiv“, sagte Deutsche- Bank-Finanzvorstand Clemens Börsig, der eine Konsolidierung im deutschen Bankensektor für nötig hält.

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