Voerdal
Aus für Aluhütte alarmiert Wirtschaftspolitiker

Das drohende Aus der Aluminiumhütte Voerdal im niederrheinischen Voerde ist aus Sicht von Wirtschaftspolitikern der Vorbote einer drohenden Deindustrialiserung aufgrund steigender Strompreise.
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BerlinDie Bundesregierung müsse jetzt „ein klares Signal für den Erhalt des Industriestandortes setzen“, heißt es in einem Brief des wirtschaftspolitischen Sprechers der Unionsfraktion, Joachim Pfeiffer (CDU), an Kanzlerin Angela Merkel. In dem Schreiben, das dem Handelsblatt vorliegt, fordert Pfeiffer von der Bundesregierung, ihre Zusagen zur Entlastung der energieintensiven Branchen jetzt umzusetzen. Mit Voerdal stehe „ein für die industrielle Wertschöpfungskette systemrelevantes energieintensives Unternehmen vor dem Aus“. Rasches Handeln sei erforderlich.

Voerdal hat nach Angaben der IG Metall Insolvenzantrag gestellt. Das Unternehmen, das 410 Mitarbeiter beschäftigt und dem niederländischen Investor Gary Klesch gehört, war gestern für eine Stellungnahme nicht erreichbar. In Gewerkschaftskreisen hieß es, die hohen Stromkosten seien Hauptgrund für die Insolvenz.

Zu den Zusagen der Bundesregierung, an die Pfeiffer in seinem Schreiben erinnert, gehört die Kompensation der Zusatzkosten beim Strom, die den Energieintensiven ab 2013 durch den Emissionshandel entstehen. Außerdem appelliert Pfeiffer an die Kanzlerin, für eine rasche Verabschiedung der geplanten Verordnung über die Vergütung abschaltbarer Lasten zu sorgen. Der Entwurf aus dem Wirtschaftsministerium sieht vor, dass große Verbraucher aus der Industrie gegen eine Vergütung vom Stromnetz genommen werden können, wenn dadurch das Netz stabilisiert werden kann.

Klaus Stratmann berichtet als Korrespondent aus Berlin.
Klaus Stratmann
Handelsblatt / Korrespondent

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  • Josefs Antwort finde ich ganz ok. Er hat sachlich argumentiert und seine Sichtweise dargelegt. Gut so! Bei "risinghope" sieht die Sache schon anders aus. Der vor Emotionen strotzende Beitrag hat mir ein leichtes Schmunzel auf die Lippen gezaubert.
    Misswirtschaft??? Na klar Misswirtschaft! Volle Auftragsbücher bedeuten nur, dass das Unternehmen genug Aufträge hat. Ob diese auch rentabel abgearbeitet werden, steht üblicherweise in der Billanz.
    14. Monatsgehalt - das war "auf den Busch geklopft" und sie haben geliefert. ;-) Verzichten sie doch auf das 13. Die Gehälter bei Voerdal sind ohnehin mehr als üppig.
    An der Qualität der Aluminiumlegierungen gege ich keinerlei Zweifel, jedoch an der Behauptung, dass das Vorhandensein von Zertifikaten Voraussetzung ist um diese produzieren zu können. Ein Zertifikat ist eine Bescheinigung oder Urkunde, die bestätigt, dass ein Produkt oder eine Dienstleistung bestimmte Anforderungen erfüllt oder Eigenschaften besitzt. Daher muss erst das Produkt da sein, bevor es zertifiziert werden kann.
    Umweltverschmutzer No1 - Ich habe von der "Hüttenindustrie" im Allgemeinen gesprochen. Das schließt jegliche Metallgewinnung aus Primerrohstoffen ein. Außerdem ändern die von ihnen angeführten Co2-Zertifikate nichts an der Verschmutzung selbst. Mit dem sogenannten Co2-Zertifikaten kauft das jeweilige Unternehmen nur das Recht eine Gewisse Menge CO2 in die Umwelt blasen zu dürfen. In meinen Augen ohnehin eine fragwürdige Praxis.
    Ihrer Einlassung, Deutschland sei in sachen Umweltschutz führend, möchte ich entgegenhalten, dass das Problem nur verlagert wurde. Viele Produkte werden nach wie vor umweltschädigent hergestellt. Nur eben nicht mehr in Deutschland. Solange wir aber diese Produkte in rauhen Mengen einführen und verwenden, ist es reine Augenwischerei von einer vorbildlichen Umweltpolitik Deutschlands zu sprechen! Ich darf vermuten, dass sie einer der Mitarbeiter von Voerde sind?

  • misswirtschaft???...die auftragsbücher sind voll!!!
    14. monatsgehalt..ich weiß nicht wo du deine informationen her hast!!!
    wettbewerbsfähigkeit???...wir produzieren weltweit mit die besten legierungen,da müßen andere erst mal rankommen bzw. haben die zertifikate dazu gar nicht!!!
    umweltverschmutzer no.1 ???...co2-zertifikate sind seit jahren bei uns und das wird teuer bezahlt...wo andere länder als industrielles entwicklungsland gesehen werden und rausblasen dürfen was sie wollen...ich sag nur china..loool...deutschland ist in sachen umweltschutzweltweit führend!!!
    ebenso möchte ich dein zu hause und deine mobilität sehen...ich denke dein heim besteht nur aus holz und dein auto/fahrrad anscheinend auch.
    wenn ich sowas lese....:-(((

  • Och Machmut... das Aluminium wird benötigt und produziert, es fragt sich nur wo? Wenn man sich die Kostenstruktur der Unternehmen anschaut, dann sieht man dass nicht die Lohnkosten sondern die Energiekosten ausschlaggebend für die Missstände sind.

    "Produziert was anständiges und ökologisch sinnvolles"?? Diese Aussage ist gleichermaßen sinnlos und fragwürdig. Mehr und mehr Bauteile im Automobilbau, der Luftfahrt, und anderen Industriegütern werden durch Aluminium anstelle von Stahl substituiert, meist auch im Rahmen der Leichtbaustrategie des Unternehmens, somit ist Aluminium gleichermaßen Anständig als auch ökologisch sinnvoll - ganz im Gegensatz zu Windmühlen und Solarzellen, die unanständig und ökologisch sinnlos sind, weil das Alu ohnehin gebraucht wird, nun aber eben in Polen, Rumänien, Rußland oder China gefertigt wird, wo die Energiepreise niedriger sind. Ein Unternehmen kann noch so innovativ und effizient sein, wenn die Rahmenbedingungen aufgrund politischer Fehlentscheidungen schlichtweg miserabel sind. Die Ära Aluminium fängt gerade erst an, aber wie es scheint findet das Wachstum außerhalb Deutschlands statt, dort wo Wachstum noch geduldet und freudig erwartet statt verschmäht und verurteilt wird. Over and out

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