Von verkehrspolitischem Nutzen
Bayern verlangt Bundesbeteiligung am Münchner Transrapid

Der Bund soll sich an den Kosten für die geplante Transrapid-Strecke von München zum Flughafen der Landeshauptstadt erheblich beteiligen. Darauf beharrt die bayerische Landesregierung.

HB MÜNCHEN. „Ohne die entsprechende Beteiligung des Bundes läuft nichts“, sagte ein Sprecher des bayerischen Wirtschaftsministers Otto Wiesheu (CSU) am Montag in München. Er verwies darauf, dass die Transrapid-Strecke ein Projekt des Bundes sei. Während die Bundesregierung es aus technologischen Gründen umsetzen wolle, stehe für die Landesregierung der verkehrspolitische Nutzen im Vordergrund. Ohne die Transrapid-Strecke müsste eine Express-S-Bahn zum Flughafen gebaut werden, und dies wäre wegen der knappen Mittel für S-Bahn-Strecken so schnell nicht möglich.

Der Sprecher reagierte damit auf Äußerungen des verkehrspolitischen Sprechers der Grünen-Bundestagsfraktion, Albert Schmidt, der die Bundes-Beteiligung am Transrapid-Projekt in Frage gestellt hatte. Es sei unverantwortlich, dass der Bund Länderprojekten so große Zuschüsse gebe, obwohl der Bund selbst nicht mehr in der Lage sei, seine Verkehrswege ordentlich zu finanzieren, sagte er dem „Tagesspiegel“.

Das Bundesverkehrsministerium bekräftigte die Unterstützung des Projekts. „Der Minister hat immer darauf hingewiesen, dass der Transrapid ein wichtiges Innovationsinstrument bleibt“, sagte ein Sprecher von Verkehrsminister Manfred Stolpe (SPD) in Berlin. Die Bundesregierung habe Bayern stets Unterstützung für das Projekt zugesagt. Die Gespräche über die Finanzierung liefen.

Eine Entscheidung über den Bau der Trasse soll nach Angaben des Verkehrsministeriums bis 2006 fallen. Der Bund hat bislang 550 Millionen Euro für die Strecke in Aussicht gestellt. Bayern hat die Gesamtkosten auf 1,6 Milliarden Euro beziffert. Es ist das einzige Projekt für die von ThyssenKrupp und Siemens hergestellte Magnetschnellbahn in Deutschland.

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