Wählermilieus
SPD verliert Arbeiter – und gewinnt Rentner

Eine Studie hat die Wählerstruktur der Parteien von 2001 mit 2016 verglichen. Besonders die SPD hat sich in dieser Zeit gewandelt – und ihre starke Stellung bei den Arbeitern eingebüßt. Davon profitiert vor allem die AfD.
  • 1

BerlinUnter den etablierten Parteien hat sich die Wählerschaft der SPD in den vergangenen 15 Jahren am stärksten gewandelt. Sie büßte ihre einst überdurchschnittlich starke Stellung bei Arbeitern ein, der Anteil der Rentner unter ihren Anhängern wuchs deutlich. Nicht zuletzt deshalb hätten sich die Wählerstrukturen von SPD und CDU/CSU aneinander angeglichen. Die Wählerschaft der AfD weise dagegen einen hohen Anteil in der Arbeiterschaft auf, sowie an Beschäftigten mit eher einfachen Tätigkeiten.

Das geht aus einer Studie hervor, die das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) am Mittwoch in Berlin vorgestellt hat. Dabei verglichen die Experten die Wählerstruktur der Parteien im Jahr 2001 mit jener von 2016 - nach Einkommen, Ausbildung, Stellung im Beruf und anderen Merkmalen.

Während sich im Jahr 2000 noch 44 Prozent der SPD-Wähler als Arbeiter bezeichneten, waren es 2016 noch 17 Prozent. Den größten Arbeiteranteil in der eigenen Wählerschaft hatte demnach 2016 die Alternative für Deutschland (AfD) (34 Prozent), gefolgt von der Linken (22 Prozent). In der AfD-Wählerschaft gibt es auch relativ viele Gewerkschaftsmitglieder (24 Prozent). Noch höher ist ihr Anteil nur in der Linken (27 Prozent).

Demnach bleibt die FDP die Partei der Besserverdienenden. Das Nettoeinkommen ihrer Wähler liege im Durchschnitt deutlich über dem aller anderen Parteien. Das Schlusslicht beim Einkommen bilden laut DIW jene, die nicht zur Wahl gehen wollen. Über den höchsten Bildungsstand verfügen - gemessen am Anteil der Fachhochschul- und Universitätsabsolventen - die Grünen.

Allerdings ist die Grünen-Wählerschaft in den betrachteten 15 Jahren auch am stärksten gealtert, von 40,0 auf 48,1 Jahre im Schnitt. Damit liegt sie noch immer unter dem Durchschnittsalter von SPD- und CDU/CSU-Anhängern, das bei jeweils 52,8 Jahren liegt.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Wählermilieus: SPD verliert Arbeiter – und gewinnt Rentner"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Naja auch Rentner waren mal unter anderem Arbeiter im weitesten Sinn. Vor ein paar Wochen waren es die älteren Bürger also auch Rentner die die AFD wählen ,
    in einem Land mit 21 Millionen Migranten und 21 Millionen Rentnern werden Umfragen immer schwerer um genaue Vorhersagen zu finden,

    Über die SPD kann man aber weiterhin von mir nur sagen:

    SPD Prädikat : UNECHT

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%