Wahl-Countdown
Neuwahl-Termin setzt Verlage und Buchautoren unter Druck

Kleine Nachschlagewerke ersetzen ausgeruhte Analysen - mit mäßigem Erfolg.

DÜSSELDORF. Der frühe Neuwahltermin hat die Buchbranche überrascht. Politische Werke erreichen oft hohe Auflagen - brauchen aber eine lange Vorlaufzeit, wenn sie solide sein sollen. Da ist es nicht verwunderlich, dass die Branche nun vor allem kleine, eher kurzatmige Nachschlagewerke auf den Markt wirft.

Manfred Bissinger und Hugo-Müller Vogg etwa bezeichnen ihr Buch "Schröder oder Merkel" (Verlag Hoffmann & Campe) gleich selbst als "schnelle Wahlhilfe". Die beiden liefern zu mehr als hundert Stichworten knackige Kurzkommentare aus der Pro-Schröder- (Bissinger) und Pro-Merkel-Perspektive (Müller-Vogg). Das Hauser-Kienzle-Remake in Printform ist bestes Politainment, aber nur eine Entscheidungshilfe für Wähler, die es nicht so genau wissen wollen.

Auch Eckart Gaddums Buch "Entscheidung 2005 - Handbuch zur Bundestagswahl von A bis ZDF" (Verlag DVA) will ein Crash-Kurs sein. In kleinen Häppchen wird der Leser über politische Grundbegriffe aufgeklärt. Viel mehr als eine Werbebroschüre im Mantel politischer Aufklärung ist beim Werk des Redaktionsleiters vom ZDF-Morgenmagazin nicht herausgekommen.

Wie wohltuend ist es da, wenn Leser auf ein wissenschaftliches Buch zurückgreifen können: Hans Mathias Kepplingers und Marcus Maurers Studie "Abschied vom rationalen Wähler - Warum Wahlen im Fernsehen entschieden werden" (Verlag Karl Alber) widerlegt nämlich die Vermutung der meisten Wähler, sich rational zu verhalten. Wähler orientieren sich weniger am tatsächlichen Geschehen als an der Darstellung in den Medien, zeigen die Kommunikationswissenschaftler.

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