Wahl-Countdown
Rechenspiele dominieren den Auftakt des Bundestagswahlkampfes

Schwarz-Gelb, Rot-Rot-Grün, Große Koalition: Die Umfrageergebnisse schüren Spekulationen.

BERLIN Wer in diesen Tagen Sozialdemokraten inBerlin anspricht, erntet vor allem Dementis. "Nein, wir werden nicht mit der Linkspartei koalieren", "nein, wir streben keine große Koalition an", lauten die zunehmend genervteren Kommentare auf entsprechende Nachfragen. Doch die SPD-Politiker werden sich diese Fragen noch oft anhören müssen, oft mit einem Mikrophon vor der Nase. Denn gerade erst hat Bundespräsident Horst Köhler den Weg für Neuwahlen frei gemacht, da beherrscht nur noch einThema die Debatte - die Koalitions-Arithmetik.

Dabei stürzen sich die Parteien erst jetzt mit Volldampf in den Wahlkampf. Mit Mühe sind die letzten Parteiprogramme verabschiedet, die Landeslisten aufgestellt. Nun können Plakate gedruckt werden. Doch mit wachsender Sorge beobachten beide politische Lager, wie die neuformierte Linkspartei die bisherige Kräftekonstellation in der Republik über den Haufen wirft. Aufgeregt debattiert deshalb die Union, ob sie als Antwort mit ihrer Kanzlerkandidatin aus dem Osten einen speziellen Ost-Wahlkampf führen sollten. Fast kopflos berät die SPD auf der anderen Seite, ob sie das Populisten- und "Rache"-Duo Lafontaine/Gysi nicht sogar den Charakter als Volkspartei kosten könnte.

Und dann die leidige Koalitionsfrage. Eine große Koalition als Folge eines "Patts" verursacht fast allen Bauchschmerzen. Die kleinen Parteien fürchten ohnehin, die großen Verlierer zu werden. Und die "Rote-Socken"-Bündnis-Vorwürfe stinken zwar kräftig nach Unions-Wahlkampfstrategie - aber bis zum Wahltag kann die SPD trotz aller heftigen Dementis nicht beweisen, dass sie kein Linksbündnis schmieden würde.

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