Wahlanalyse
Wer die größte Steuersenkung bietet

Für Klein- und Normalverdiener versprechen die Liberalen und die Linken die höchsten steuerlichen Entlastungen. Allenfalls die Grünen können bei den Wahlversprechen wegen ihrer hohen Kindergrundsicherung noch teilweise mithalten, während die Koalitionsparteien CDU, CSU und vor allem die SPD abgeschlagen die hinteren Plätze belegen.

HB DÜSSELDORF. Das geht aus einer speziellen Wahlanalyse vom Karl-Bräuer-Instituts des Bundes der Steuerzahler für das Magazin "Wirtschaftswoche" hervor. Danach würde ein Single mit einem Jahresbruttoeinkommen von 40 000 Euro, der 2010 nach geltendem Recht 7313 Euro Steuern zahlen muss, laut FDP-Steuerwahlprogramm 2348 Euro weniger zahlen. Bei den Linken läge die Ersparnis bei 1403 Euro, bei der Union bei 599 Euro, bei den Grünen bei 174 Euro und bei der SPD bei 28 Euro.

Als Steuerzahler müsste auch eine normale Karstadt-Verkäuferin (zehn Jahre Berufserfahrung, 27 065 Euro Jahresbruttolohn) die FDP präferieren. Laut "Wirtschaftswoche" würde deren Steuerlast von aktuell 3639 Euro nach den Steuerplänen der FDP um 1658 Euro sinken, bei der Linken um 993 Euro, bei der Union um 343 Euro, bei den Grünen um 147 Euro und bei der SPD nur um 73 Euro.

Zum Vergleich ließ die "Wirtschaftswoche" auch ausrechnen, wie hoch die Steuerlast bei der 15-Millionen-Euro-Abfindung von Ex-Arcandor-Chef Karl-Gerhard Eick je nach Parteiprogramm wäre: Ausgehend von einer Einkommensteuer von 7,081 Mio. Euro nach dem 2010 geltenden Recht gäbe es Entlastungen von 1,566 Millionen bei der FDP und von 2490 Euro bei der Union, während die Steuer bei den Grünen um 11 846 Euro, bei der SPD um 318 870 Euro und bei der Linken um 1,265 Mio. Euro höher ausfallen würde.

Bei Familien mit geringem Einkommen schieben sich die Grünen mit ihrem Grundbetrag von monatlich 330 Euro für jedes Kind an die Spitze der Entlastungsskala, berichtet das Wirtschaftsmagazin. Eine vierköpfige Familie mit 30 000 Euro Bruttoeinkommen würde bei Umsetzung des jeweiligen Wahlprogramms bei den Grünen 2881 Euro mehr im Geldbeutel haben, bei der FDP 1475 Euro, bei der Linken 1183 Euro, bei der SPD 208 Euro und bei CDU/CSU 200 Euro.

Angesichts der überschuldeten Staatsfinanzen werben zwar Union und FDP für eine Strukturreform bei der Einkommensteuer in der nächsten Legislaturperiode. CDU und CSU wollen sich aber nicht festlegen, wann und in welchem Umfang genau die Steuern sinken.

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