Wahlkampf
Familie Schröder macht mobil

Doris Schröder-Köpf unterstützt ihren Mann im Kampf um das Amt des Bundeskanzlers. Nun meldete sie sich mit einer Attacke gegen Unions-Kanzlerkandidatin Angela Merkel zu Wort. Das politische Duell "Mann gegen Frau" wird also ergänzt durch den Begleitkampf "Frau gegen Frau". Die Schröder-Familie macht mobil.

BERLIN. Natürlich hat auch Doris Schröder-Köpf minutenlang geklatscht. Oben auf der Bühne nimmt Gerhard Schröder den Applaus der SPD-Parteitagsdelegierten entgegen. Unten lächelt die Kanzlergattin zufrieden, dann bekommt sie vom Kanzler einen Strauß roter Dahlien überreicht. SPD-Sonderparteitag im Berliner Estrel-Hotel vergangenen Mittwoch: Die Schröders sind im Wahlkampf 2005.

Und natürlich spielt auch die zierliche Frau dabei professionell ihre Rolle. Bereits zum dritten Mal unterstützt sie ihren Mann im Kampf um das Amt des Bundeskanzlers. Und als gelernte Journalistin kennt sie die Regeln des Politikbetriebes.

Wohl auch deshalb zeigt sie sich drei Wochen vor der Wahl nicht nur, sondern meldet sich auch zu Wort. In der "Zeit" attackiert sie Unions-Kanzlerkandidatin Angela Merkel. Die Vermutung liegt nahe, dass dies kein Zufall gewesen ist, auch wenn sie es bestreitet. "Die Journalistin hat mich eben nach meiner Meinung gefragt - hätte dies jemand ein halbes Jahr zuvor getan, hätte ich dieselbe Antwort gegeben", sagt sie in einem Gespräch mit dem Handelsblatt. Nämlich die, dass Merkel ihrer Meinung nach noch nie eine frauen- oder familienfreundliche Politik gemacht habe. "Was hat sie denn in ihrer Zeit als Frauenministerin 1991 bis 1994 in der Regierung Kohl wirklich bewegt?"

Jedenfalls kommt die Attacke just in dem Moment, in dem die Kanzlerkandidatin Frauenzeitschriften wie "Freundin" und "Emma" mit einem flächendeckenden Interview-Abwurf beglückt. Das politische Duell "Mann gegen Frau" wird ergänzt durch den Begleitkampf "Frau gegen Frau". Die Schröder-Familie macht mobil.

Kein Wunder, Doris Schröder-Köpf weiß, wie wichtig die Sympathie der Wählerinnen ist: Sie stellen 52 Prozent des Wahlvolkes - und erstmals bewirbt sich eine Frau um das Kanzleramt. Wohl auch deshalb bemängelt Schröder-Köpf, Merkel teile als kinderlose Karrierefrau nicht die Erfahrung der meisten Frauen.

Damit hat sie sich jedoch nicht nur Freunde gemacht: Nur einen Tag später ziert sie die Titelseite der Boulevardpresse. Die Kanzlergattin habe Merkel vorgehalten, keine Kinder zu haben. "Das ist völlig falsch. Natürlich würde ich einer Frau niemals Kinderlosigkeit vorwerfen - zumal dies oft auch mit persönlichem Leid verbunden ist", betont sie jetzt.

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