Warnung vor unehrlichen Zusagen
Merkel-Vorstoß löst Renten-Debatte aus

Kurz vor drei Landtagswahlen kündigt Kanzlerin Merkel die vollständige Angleichung des Rentenniveaus in Ost- und West an. Die Sozialdemokraten sind entzückt, der CDU-Wirtschaftsrat warnt vor unehrlichen Zusagen.
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BerlinNach Ansicht des Präsidenten des CDU-Wirtschaftsrats, Kurt Lauk, erfordert die von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zugesagte Angleichung der Ostrenten an das Westniveau bis 2020 mehr Ehrlichkeit. „Gleiche Renten wie im Westen bedeuten auch eine Angleichung mit den dortigen höheren Lebenshaltungskosten und der größeren Produktivität“, sagte Lauk Handelsblatt Online. „Alles andere wäre unehrlich.“

Merkel hatte eine Angleichung der ostdeutschen Renten an das Westniveau spätestens mit Auslaufen des Solidarpaktes Ende 2019 in Aussicht gestellt. „2020 soll die Renteneinheit erreicht sein“, sagte die CDU-Vorsitzende der „Sächsischen Zeitung“. Die große Koalition werde bis 2017 ein Gesetz verabschieden, „das den Fahrplan zur vollständigen Angleichung der Rentenwerte in Ost und West festschreibt“. In den drei ostdeutschen Bundesländern Sachsen, Thüringen und Brandenburg finden in den nächsten Wochen Landtagswahlen statt.

Die Ostbeauftragte der Bundesregierung, Iris Gleicke (SPD), sieht in der Zusage eine Garantieerklärung. Es sei „gut und wichtig“, dass sich Merkel und Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) so „nachdrücklich und eindeutig zu für Ostdeutschland zentralen Aussagen des Koalitionsvertrages bekannt“ hätten, sagte Gleicke der „Sächsischen Zeitung“ vom Donnerstag. Die zugesagte Vereinheitlichung des Rentenrechts in Ost- und Westdeutschland sei ein „echter Prüfstein“ für die große Koalition, sagte die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundeswirtschaftsministerium.

Aktuell beträgt der Rentenwert in Ostdeutschland 92 Prozent des Westwertes. Doch nicht in jedem Fall schneiden die vier Millionen Ost-Rentner schlechter ab. Nach der jüngsten Erhöhung vom 1. Juli wird im Westen eine Standardrente von 1287 Euro gezahlt, im Osten sind es 1187 Euro. Ein Rentenpunkt Ost ist 26,39 Euro wert, ein Rentenpunkt West 28,61 Euro.

Dass die Ost-Renten rechnerisch niedriger ausfallen, liegt auch am unterschiedlichen Lohnniveau, das im Osten knapp 19 Prozent unter dem im Westen liegt. Wer weniger einzahlt, bekommt später weniger Rente. Um dies auszugleichen, werden die Ost-Bezüge bei der Berechnung aufgewertet, derzeit um 18,73 Prozent. Das Problem dabei: Die Aufwertung gilt generell und führt dazu, dass bei gleichen Einkommen Ost-Beschäftigte besser dastehen als ihre West-Kollegen.

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  • @Herr Ronald Bernard

    Absolut richtig, Sie haben die richtigen Ansätze/Punkte zur einer seriösen Rentenreform aufgezeigt ! Danke !
    Mehr wollte ich nicht !

    Durch die u.a. veränderte Alterspyramide oder Demographie wurde als Vorwand durch die Politik und einige Lobby-Gruppen am unserem Rentensystem erst rum gemurkst !

    Zu den handwerklichen Fehlern, die gemacht worden sind, werden wir nichts mehr ändern können, leider !

    Beispiel: Die zu schnelle Einführung der D-Mark !
    Die Kosten für Aufbau haben sich schlagartig vervierfacht !

    Wie Sie richtig anmerken, die Rente in Ostdeutschland hätte man über Steuern finanzieren müssen !

    Kurzum: Ich bin IHRER Meinung !!!

    Es haben nur die Vorteile am unserem Rentensystem, die in diesem System nicht einzahlen und das muss geändert werden !

  • Herr D. Dino54

    Sie verschleppen das Thema.

    Die Alterspyramide spielt in diesem Context keine Rolle, da sie, wie Sie schreiben seit 30 Jahren bekannt war. Damals waren die heutigen Ostrentner eingemauert und keiner glaubte, dass die Mauer fällt und man Leute durchfüttern muss, die nie in das System eingezahlt haben. Durch die "handwerklichen" Fehler wurde die Situation verschärft.

    Sie müssen schon auf diese "handwerklichen" Fehler eingehen. Falsch war es, dass die Ostrenten von den westdeutschen Arbeitnehmern und Rentnern bezahlt wurden und noch werden und kein Beamter und Pensionär sich daran beteiligte und beteiligt.
    Es handelte sich um eine gesamtstaatliche Aufgabe, die man über Steuern für alle Gruppen hätte lösen müssen.

    Deshalb haben wir auch diese riesigen Unterschiede bei der Altersversorgung - Durchschnittspension 230 % höher als die Durchschnittsrente.
    Da kann der Beamtenbund noch so viel dummes Zeug erzählen.

    Die Frage ist nur, wie lange lässt man sich das bieten?

  • Ich kann die Aufregung gut verstehen, aber IHR greift die falschen an !!!

    Man hat einige handwerkliche Fehler begangen in den verschiedensten Bereichen, bei der Wiedervereinigung.

    ABER, der Bürger in Ostdeutschland, ich mag dieses Wort nicht, hatte keinen politischen Einfluss, wie wir Wessis, ich mag diese Bezeichnung nicht, auch nicht !

    Das Rentensystem wurde hier angesprochen, ja genau das ist der Punkt !

    Das System funktioniert nicht mehr, das wusste man schon seit über 30 Jahren, nur man hat nichts gemacht in Richtung seriöser REFORM !

    Beispiel: Um die sogenannte gesunde Alterspyramide von 1911 wieder zu erreichen, müsste man mehr als 70 Jahre Geduld aufbringen, wenn wir sofort beginnen würden, Kinder dieser schönen Welt zu schenken.

    Mehr als 70 Jahre !!!

    NUR, was machen wir in der Zwischenzeit ?
    Altersarmut, miserable Lebensqualität im Alter ?
    Weiter das Rentenniveau senken ?
    Uns weiter der unrentablen privaten Lobby-Rente ausliefern ?

    Das Rentensystem muss u.a. auf andere Säulen gestellt werden, durch Beitragszahler wird es nicht mehr gehen jetzt und in Zukunft !

    Und ich persönlich bin es leid, ständig der Willkür der Politik und der Lobby ausgesetzt zu sein, in Gesundheit und Rente !

    Eine gemeinsame Forderung an die Politik, endlich eine überfällige, seriöse Reform in Gesundheit und Rente mit neutralen Fachleuten zu erarbeiten !

    Und kein gegeneinander wie : Ossi vs. Wessi oder Jung Vs. Alt !

    Dieses nutzt nur wenigen, aber nicht uns !

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