Wegen Leichenfund
Bremer Senatorin tritt zurück

Nach dem Fund einer Kinderleiche in einem Kühlschrank einer Bremer Wohnung ist die Sozialsenatorin der Stadt, Karin Röpke (SPD), zurückgetreten. Gegen ihre Behörde waren wegen dieses Falls und wegen einer Klinikaffäre schwere Vorwürfe erhoben worden.

HB BREMEN. „Der Fall belastet mich persönlich, er wird unabhängig vom Rücktritt vollständig aufgeklärt“, sagte Röpke am Mittwoch. Der zweieinhalb Jahre alte Junge lebte bei seinem drogenabhängigen Vater, obwohl die Vormundschaft dem Jugendamt übertragen worden war. Zudem wurde gegen den Mann im Zusammenhang mit dem Tod der Mutter Kevins bereits seit vergangenem Jahr ermittelt. Die ebenfalls drogensüchtige Frau starb nach Angaben der Staatsanwaltschaft an inneren Verletzungen. Die zuständige Senatsverwaltung will von den Ermittlungen nichts gewusst haben.

Am Mittwoch wurde Haftbefehl gegen den 41-Jährigen erlassen. Ihm werde Totschlag und Misshandlung von Schutzbefohlenen vorgeworfen, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Als Polizisten und Jugendamtsmitarbeiter Kevin am Dienstag auf Grundlage eines Gerichtsbeschlusses aus der Wohnung holen wollten, entdeckten sie die Leiche des Kindes im Kühlschrank. Kevin war zuletzt im Juli dieses Jahres lebend gesehen worden, obwohl er unter der Vormundschaft es Jugendamtes stand.

Angaben zum Zustand der Leiche lehnte die Staatsanwaltschaft ab. Wie der kleine Junge starb, soll eine Obduktion klären. Das Ergebnis sei aber nicht vor Donnerstag zu erwarten. Die Leiche wurde nach Informationen des „Weser-Kurier“ bereits stark verwest gefunden. Der Zweijährige sei offenbar verhungert, berichtete die „Bild“-Zeitung.

Nach Medienberichten prägten gewalttätige Auseinandersetzungen auch die Beziehung der nicht verheirateten Eltern. Nachbarn des Mannes in dem Bremer Brennpunktviertel Gröpelingen beschrieben ihn als Alkoholiker, der oft Streit mit den anderen Bewohnern des Mietsblocks bekam.

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