"Wenig durchdachte Provokation"
Harsche Kritik an Wulff aus Schleswig-Holstein

Die Kultusministerin von Schleswig-Holstein, Ute Erdsiek-Rave (SPD), hat die Kritik des niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff (CDU) an der Kultusministerkonferenz zurückgewiesen. "Da liegt der Verdacht nahe, dass es sich um eine überzogene Reaktion handelt, weil es ihm nicht gelungen ist, die Rechtschreibreform wieder zu kippen," sagte Erdsiek-Rave dem Handelsblatt (Dienstagausgabe).

BERLIN. Erdsiek-Race verteidigte das umstrittene Einstimmigkeitsprinzip des Gremiums: Die Länder hätten nach dem Grundgesetz die Kulturhoheit. "Da kann keine Mehrheit der Länder ein einzelnes Land überstimmen. Das Konsensprinzip ist mühselig, aber notwendig, sonst würde die Kulturhoheit praktisch aufgegeben," sagte Erdsiek-Rave .

Die Auflösung der Kultusministerkonferenz hält Erdsiek-Rave für unwahrscheinlich. Wenn man die föderale Struktur in der Bildungspolitik erhalten wolle, dann brauche man ein Abstimmungsgremium. "Also ist davon auszugehen, dass die KMK weiter bestehen wird. Das Ganze entpuppt sich mehr und mehr als eine wenig durchdachte Provokation aus durchschaubaren Motiven," kritisierte die SPD-Politikerin Wulffs Vorstoß .

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