Weniger Existenzgründer
Kassen der Arbeitsagenturen erholen sich

Der Existenzgründerboom bei Arbeitslosen ist vorbei und das entlastet die Kassen der Bundesagentur für Arbeit. Die gute Konjunktur sorgt auf diesem Umweg auch für eine bessere Kassenlage bei der BA. Die ist nach wie vor mies, aber nicht so mies wie erwartet.

HB BERLIN. Der Boom bei den Existenzgründungen durch Arbeitslose ist vorbei. Seit Jahresbeginn haben sich nur noch 26 600 Arbeitslose mit finanzieller Förderung der Bundesagentur für Arbeit (BA) selbstständig gemacht, wie die Behörde am Montag im ihrem Quartalsbericht mitteilte. Dies waren nur halb so viel wie noch in den ersten drei Monaten vorigen Jahres. Eine BA-Sprecherin erklärte dies mit der guten Konjunktur und der Verschärfung der Anspruchsvoraussetzungen im vorigen Jahr. Deutlich zugenommen hat dagegen die Förderung der Rückkehr in den Arbeitsmarkt. Bei der beruflichen Weiterbildung und bei den Einstellungszuschüssen an Arbeitgeber haben sich die Zahlen mehr als verdoppelt.

„Die gute Konjunktur hat die Beschäftigungsaussichten verbessert, so dass weniger Arbeitslose ihr Glück in der Selbstständigkeit suchen“, sagte die BA-Sprecherin. „Aber auch die Prüfung der Eignung hat dazu beigetragen.“ Der deutliche Rückgang bei Existenzgründungen hatte bereits im vorigen Jahr eingesetzt, nachdem die Regierung die Förderung neu geregelt hatte. Obwohl Experten gerade der Ich-AG großen Erfolg bescheinigten, wurden Ich-AG und Überbrückungsgeld seit August 2006 zum neuen Gründungszuschuss zusammengelegt. Seither müssen Arbeitslose stärker als vorher belegen, dass ihr Gang in die Selbstständigkeit Aussicht auf dauerhaften Erfolg hat.

Im BA-Haushalt schlug sich das im ersten Vierteljahr mit Einsparungen nieder: Zur Förderung der Selbstständigkeit gab die BA mit rund 434 Mill. Euro nur zwei Drittel der geplanten Mittel aus. Über Plan lagen dagegen die Ausgaben für berufliche Weiterbildung und Eingliederungszuschüsse. Seit Jahresanfang begannen 46 100 Arbeitslose mit einer Weiterbildung, 175 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum 2006. Die Einstellungszuschüsse legten um 138 Prozent auf 43 400 Personen zu. Beides sei der Konjunktur geschuldet, sagte die Sprecherin: „Angesichts des Mangels an Fachkräften stellen die Arbeitgeber auch wieder Arbeitslose ein, die nicht hundertprozentig ihren Anforderungen entsprechen.“ Mit Hilfe des Einstellungszuschusses würden die Kosten der Einarbeitungsphase verringert. Die Arbeitsagenturen übernehmen dabei höchstens zwölf Monate lang bis zu 50 Prozent der Nettolohnkosten. Auch mit der beruflichen Weiterbildung werden Lücken zwischen den Anforderungen der Firmen und der Qualifikation der Arbeitsuchenden geschlossen.

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