What's right?
Und wer liefert künftig Strom?

Der Rückzug von Eon aus der Energieerzeugung ist ein Fanal. Die Politik hat ihre planwirtschaftliche Energiewende rundherum vermasselt. Dabei geht es um mehr als nur um Kosten für AKW-Abrisse.
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Die Arbeit der Großen Koalition ist finanzpolitisch vorbildlich, außenpolitisch konziliant, sozialpolitisch prassend, wettbewerbspolitisch inexistent, aber energiepolitisch ist sie katastrophal. Die deutsche Energiewende droht zum Desaster dieser Legislaturperiode zu werden, und die Ankündigung des Energiekonzerns Eon, sich aus der klassischen Energieerzeugung komplett zu verabschieden, ist dafür ein Fanal. Denn während naive Ökostrom-Missionare noch jubeln, dämmert der Politik, dass großes Ungemach auf Deutschland zukommt. Bislang denken Gabriel & Co. freilich bloß an die Kosten für den Abriss von Atomkraftwerken. Doch das eigentliche Problem hinter der Entscheidung ist viel größer. Es geht um Deutschlands Energieversorgung.

In Wahrheit ist der Rückzug Eons eine Kapitulation. Die Energieversorger geben vor den Irrungen und Zumutungen der deutschen Energiepolitik verzweifelt auf, weil ihnen die Politik die Räume so eng gemacht hat, dass sie darin ersticken. In der politischen Klasse herrschte zu lange der Eindruck, man könne Eon und RWE einfach ausquetschen wie Zitronen - nun bekommt man eine Ahnung, dass einfach kein Saft mehr da ist. Beide Konzerne haben jeweils mehr als 30 Milliarden Euro Schulden, beide haben gewaltige Investitionen schultern müssen, um in Deutschland eine stabile Energieversorgung zu gewährleisten. Beiden wurden über Nacht  Atomkraftwerke abgeschaltet, Gaskraftwerke unrentabel gemacht und Sondersteuern aufgebürdet. Ihnen wird die Chance, die Investitionen auch zurück zu verdienen, einfach aus der Hand geschlagen. Damit gefährdet die Politik eine langfristig planbare und wirtschaftliche Energieversorgung - die Basis wirtschaftlichen Erfolgs in Deutschland.

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Berlin wollte - im Gegensatz zu nahezu allen anderen wichtigen Industriestaaten der Welt – nach dem Unglück von Fukushima so schnell es geht aus der Kernkraft aussteigen. Koste es, was es wolle. Nun kostet das erst einmal. Denn die einsame Energiewende der Deutschen ist bislang ein Kurzschluss.

Es versacken zig Milliarden in Subventionen alternativer, aber eben unrentabler Energien. Die Netze müssen mit weiteren Milliarden ausgebaut werden, was die Politik aber auch kaum durchsetzen kann. Die Versorgung wird zusehends labil und die Strompreise steigen so, dass ganze Industriebranchen in die Abwanderung getrieben werden. Die energie-intensive Industrie in Deutschland ist existenziell bedroht.

Kommentare zu " What's right?: Und wer liefert künftig Strom?"

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  • @Peter Peterson:

    "Beide haben Mrd für die Atomforschung bekommen"
    aber haben viele, viele Mrd Steuern gezahlt

    "Beide haben die Kosten für die Endlager verdrängt"
    Endlager ist längst da: Sondermülldeponie Herfa-Neurode

    "Beide haben die Energiewende verpent"
    Falsch Eon kassiert 1Mrd für Erneuerbare

    "Beide haben hohe Dividenden an die Aktionäre ausgeschüttet"
    Stimmt - und?

    "Beide haben im Ausland Mrd in den Sand gesetzt"
    Stimmt, leider.

    "RWE hat viele kommunen als Aktionäre
    und hat Ex Politiker mit Posten versorgt"
    Stimmt

    "Manager werden dafür bezahlt die Zukunft zu gestallten und Ihre Unternehmen erfolgreich in eine sich verändernde zukunft zu führen. Dafür lassen sie sich gut bezahlen."
    Stimmt

    "Wenn es nicht klappt sind andere Schuld.
    Mit der Ennergiewende macht sich Deutschland unaphängig von Ennergie Importen."
    Falsch. Für Solaranlagen, Windräder und zukünftig Batterien brauchen wir gigantische Mengen an Rohstoffen.

    "Wo kommt die Ennergie her?
    Russland / Naher osten
    Wer finanziert den IS?
    Die Aufrüsstung Russlands
    Treibt mit seinen Käufen die Imobilien Preise
    in Deutschland hoch, finanziert mit unseren Käufen von Oel?"
    Thema verfehlt

    "Versager die ihren Job nicht können,
    sollen durch so einen Kommentar geschützt werden. Wir sollten da mehr in die Zukunft denken, die mehr Kosten jetzt machen sich in 20-30 Jahren extrem bezahlt. Aber das ist nichts für Manager die nur bis zum Monatsende denken können."
    Ja die Manager haben viele Fehler gemacht. Aber die sind nichts gegen die Fehler unserer Politiker, wie im Artikel richtig beschrieben!

  • Offenbar reicht es verantwortlicher Politik nicht, Deutschland von der Erdgasbelieferung abhängig zu machen, was bislang gut gelungen ist.

    Vielmehr mußten auch die KKW ohne gesetzliche Grundlage abgeschaltet werden - das zu bis Billionenersatz des Steuerzahlers führt, was erstinstanzlich bestätigt ist - , das EEG weiter geführt und damit die Stromversorgung nachhaltig ruiniert werden.

    Womit haben wir nur eine derart laien- und stümperhafte Politik verdient?

  • at John Harris: Hoffnung auf Brüssel ist gut!
    Brüssel ist der Hort politischen Schwachsinns, Kurzsichtigkeit und zerstörerischer Kraft gegenüber gewachsener Strukturen.
    Kann die Europamanie nicht verstehen. Gebracht hat die EU nur immer das Gegenteil der in sie gesetzten Erwartungen.

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