What's right zu Flüchtlingen
Die Mehrheit will von Merkel eine Kehrtwende

Die Uhr für Angela Merkels Kanzlerkandidatur tickt: In der Union brodelt es. Immer größere Kreise gehen auf Distanz zur Migrations-Politik von Frau Merkel. Die CSU macht nun eine dramatische Ansage.
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Es wird einsam um Angela Merkel. Ihre Migrationspolitik offener Tore lässt sie in Europa mittlerweile isoliert da stehen. Mit den osteuropäischen Nachbarn ist das Verhältnis geradezu vergiftet, die Briten sind über die „Hippie-Politik“ Merkels hoch irritiert, Südeuropa geht auf grimmige Distanz, nicht einmal Frankreich will ihr mehr helfen.

Und selbst die Skandinavier schließen jetzt ihre Grenzen. Merkels Plan, die Grenzen für jedermann weit offen zu halten und die Millionen Migranten in Europa nur mehr „gerecht zu verteilen“, ist krachend gescheitert. Der Aufbau von Auffanglagern in Südeuropa (mit dem lächerlichen PR-Wort „Hot Spots“ angekündigt) kommt nicht voran, und auch die Türkei lässt – entgegen Merkels Ankündigung – weiterhin Tausendschaften jeden Tag gen Europa ziehen.

Aber auch innenpolitisch geht es der Bundeskanzlerin nicht besser. Die Stimmung in Deutschland ist von der Willkommenskultur in schiere Besorgnis gekippt, es brodelt im Land und die vor Jahresfrist noch entspannt vergnügte Republik fühlt sich plötzlich nach Aggression, Angst und Spaltung an.

Die Mehrheit der Bevölkerung will eine Kehrtwende, und die führenden Juristen des Landes werfen der Kanzlerin gar Verfassungsbruch vor. Da Angela Merkel ihren Kurs aber einfach nicht ändert, droht nun bei den anstehenden Landtagswahlen ein dramatischer Rechtsruck.

Tag für Tag steigt auch innerhalb der Union der Druck auf die Kanzlerin. Die Stimmung hat mittlerweile etwas von Studentenrevolte: In der Bundestagsfraktion werden sogar – wie weiland bei linken Straßenprotesten von Atomkraftgegnern – Unterschriften gesammelt, um Merkel zum Grenzschutz zu zwingen.

Bittbriefe von Mitgliedern, Mahnmails, Flehensrufe, Austritterklärungen erreichen massenhaft das Adenauer-Haus. Ins Chaos der aufgewühlten Stimmung hinein fährt ein verzweifelter Landrat einen Bus von Flüchtlingen direkt vors Kanzleramt nach Berlin.

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Die CSU wird keine Ruhe geben

Kommentare zu " What's right zu Flüchtlingen: Die Mehrheit will von Merkel eine Kehrtwende"

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  • Man hört und liest ja in den letzten Tagen sowohl Richtiges als auch hahnebüchenen Unsinn. Die Spitzte des Unsinns ist wohl, nur die Merkel´sche Flüchtlings und Einwanderungspolitik sichert die Existenz des Euro.

    Diese Behauptung stellt nun sowohl Herr Juncker als auch die Kanzlerin auf.

    Sie suggeriert damit, dass auch Warenverkehr innerhalb des Schengenraums bei Revision ihrer Flüchtlingspolitik zukünftig Kontrollen unterliegt.

    Nochmals, hahnebüchener Unsinn, den die Kanzlerin verzapft.

  • Liebe Leser. Die Kommentarfunktion ist geschlossen. Leserbriefe und interessante Beiträge zur Debatte nehmen wir gerne unter debatte@handelsblatt.com entgegen. Beste Grüße aus der Redaktion.

  • Ist eigentlich eine Vorgehensweise schriftlich festgelegt, wenn ein Regierungsmitglied sich als nicht mehr zurechnungsfähig erweisen sollte? Oder darf das laut der so hoch gehaltenen deutschen Verfassung nicht sein? Muss ein führender Politiker erst sein Volk in den Abgrund ziehen, bevor er geht?

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