Wilhelmshaven
Rennen um Tiefwasserhafen geht in entscheidende Runde

Bereits in der kommenden Woche könnte das niedersächsische Wirtschaftsministerium bekannt geben, wer künftig den Tiefwasserhafen Wilhelmshaven betreibt. Im Gespräch seien die zur Bremer Lagerhaus AG gehörende Eurogate, der Logistikriese Rhenus sowie die Dubai Port, heißt es in Regierungskreisen.

HAMBURG. Mit milliardenschweren Investitionen will die niedersächsische Regierung den Hafen aufrüsten. Bis 2010 soll erstmals ein Containerhafen mit einer Umschlagskapazität von 2,7 Mill. Containern (TEU) entstehen. Damit würde Wilhelmshaven nach Hamburg und Bremen zum drittgrößten Hafen Deutschlands aufsteigen. Bislang wurden in dem niedersächsischen Tiefwasserhafen lediglich Massengut und Öl verladen. Das strukturschwache Bundesland will an dem weltweit boomenden Container-Schiffmarkt teilhaben und verspricht sich davon mittelfristig neue Arbeitsplätze und höhere Steuereinnahmen.

Der größere Teil der Investitionen - rund 700 Mill. für die Infrastruktur - kommt von Bund und Land. Rund 350 Mill. soll der künftige Betreiber investieren. Die millionenschwere Konzession des Landes läuft über einen Zeitraum von 40 Jahren. Niedersachsen hatte die Lizenzvergabe für den Betrieb des künftigen Containerhafens bereits seit längerem öffentlich ausgeschrieben.

Als aussichtsreichster Kandidat für den Betrieb des Hafens gilt die zur Bremer BLG Logistics Group gehörende Eurogate-Gruppe, heißt es in Branchenkreisen. Die Bremer könnten die Lizenz gut gebrauchen. Angesichts des erwarteten weltweiten Containerwachstums von jährlich rund 7 % stößt die BLG bereits an ihre Kapazitätsgrenzen.

Die BLG-Gruppe erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 700 Mill. und schlug mehr als 12,1 (Vorjahr: 11,5) Mill. Container um. „Die notwendigen Investitionen für den Ausbau von Wilhelmshaven können wir aus dem laufenden Cash-Flow von 100 Mill. finanzieren“, sagt der BLG-Vorstandschef Detthold Aden dem Handelsblatt. Sollte wider Erwarten Dubai Port den Zuschlag bekommen, könnte dies vor allem Hamburg und Bremen weiter in Bedrängnis bringen. Denn Dubai würde vermutlich deutlich mehr investieren, um Containerverkehr von den anderen nordeuropäischen Häfen abzuziehen. Dubai Port hatte erst 2005 den britischen Reederei-Riesen P&O gekauft.

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