Wirtschaftsforscher
Deutsche Bank würde bei Trennbankensystem „stark schrumpfen“

Die Rufe nach einer Neuordnung der Bankenbranche werden dringlicher. Die Trennung von Kreditgeschäft und Investmentbanking kann in den USA funktionieren. In Deutschland ist die Situation eine andere, sagen Ökonomen.
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DüsseldorfEine mögliche Trennung von Kreditgeschäft und Investmentbanking bei Geldinstituten, wie diese derzeit auch von der Bundesregierung diskutiert wird, stößt bei Ökonomen auf ein geteiltes Echo. Während Hans-Peter Burghof, Professor für Banken- und Finanzwissenschaft an der Universität Hohenheim, die Überlegungen als „Kochrezepte aus Amerika - an den Bedürfnissen der deutschen Wirtschaft vorbei“ bezeichnete, hält der Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), Gustav Horn, eine Trennbankensystem für „unerlässlich“, wenn man ein stabiles Finanzsystemsystem wolle.

Wie Horn Handelsblatt Online sagte, würde eine solche Neuordnung des Bankenwesens vor allem große Institute wie die Deutsche Bank hart treffen. Wichtig sei, dass die Verflechtungen zwischen Banken und Investment-Banking gekappt werden. Das müsse exakt definiert und kontrolliert werden. „Es dürfte dazu führen, dass zum Beispiel die Deutsche Bank einen Großteil ihrer Geschäfte abstoßen müsste; sie würde stark schrumpfen und dies würde die Stabilität des deutschen Finanzsystems erhöhen“, sagte der IMK-Chef. „Nicht auszudenken, was unter den heutigen Umständen bei einer Schieflage der Deutschen Bank an Belastungen auf den deutschen Steuerzahler zukäme.“ Ein solches Risiko müsse unter allen Umständen durch scharfe Regulierung vermieden werden.

Horn pries die Vorteile einer Banken-Aufspaltung. Hierdurch werde die Grenze für die Höhe der Risiken festgelegt, für die die gesamte Gesellschaft letztlich einzustehen bereit sei. Dies bedinge, dass sich Banken in ihrem Geschäft auf tendenziell risikoärmere Produkte beschränken müssten. „Dafür können sie im Fall einer Schieflage mit staatlicher Unterstützung rechnen“, sagte Horn. „Risikoreichere Geschäfte müssen dem Investment -Banking überlassen bleiben.“ Für diese Risiken solle aber kein Staat einstehen.

Bankenprofessor Burghof zeigte sich dagegen skeptisch über den Nutzen des Trennbankensystems für den hiesigen Finanzsektor. „Was sicher nicht klappt ist die einfache Übertragung auf Deutschland“, sagte er Handelsblatt Online. Die deutsche Wirtschaftsstruktur mit ihren mittelständischen Unternehmen brauche starke Universalbanken, die den Unternehmen auf vielen Feldern zur Seite stehen können. „Zu den dafür benötigten Fähigkeiten der Bank gehört eben auch die Kapitalmarktkompetenz“, betonte der Experte. Im amerikanischen „Deal-banking-System“ kauften sich dagegen die Unternehmen die Kompetenz bei verschiedenen Finanzdienstleistern ein und besorgten sich ihr Kapital an der Börse. Deutschland aber sei „mit seinem Hausbanksystem gut gefahren und hat auch keinen Ersatz für eine bankbasierte Finanzierung des Mittelstandes“.

Dietmar Neuerer
Dietmar Neuerer
Handelsblatt / Reporter Politik

Kommentare zu " Wirtschaftsforscher : Deutsche Bank würde bei Trennbankensystem „stark schrumpfen“"

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  • Na endlich einmal eine gute Nachricht.

    Die Dt. Bank ist also eine Rothschild-Zockerbank geworden. Wird Zeit, dass diese Zockerbank,
    wie auch die Staatsbaken (Landesbanken) endlich das Zocken lassen.

    Echt mies, wie verkommen Deutschland geworden ist,d ass sogar die Staatsbanken zu Zocker - und Wettbüros verkommen sind.

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