Wirtschaftskrise
Deutsche Außenpolitiker bieten Russland Hilfe an

Die Sanktionen des Westens entfalten ihre verheerende Wirkung: Die russische Wirtschaftskrise verschärft sich zusehends. EU und Bundesregierung sind besorgt. Erste Politiker denken über Hilfen für Moskau nach.
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BerlinDer Verfall des Rubels und die Wirtschaftskrise in Russland bringen Bewegung in den Konflikt zwischen Moskau und dem Westen wegen der Ukraine. „Wenn Russland uns um Hilfe bitten sollte, sollten wir das ernsthaft prüfen“, sagte der außenpolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Omid Nouripour, dem Handelsblatt (Online-Ausgabe). „Allerdings gelten dafür dann die üblichen Bedingungen des IWF und der EU.“ Dazu gehörten auch kritische Fragen nach den milliardenschweren Militärausgaben des Landes in der Ukraine.

Ähnlich äußerte sich der Vorsitzende der deutsch-ukrainischen Parlamentariergruppe, Karl-Georg Wellmann (CDU). „Wir haben kein Interesse an einer ökonomischen Desintegration Russlands. Die Sanktionen können sehr schnell zurück gefahren werden“, sagte Wellmann dem Handelsblatt. Es sei aber an Russland, dafür die Voraussetzungen zu schaffen. „Allerdings sind die Sanktionen nur ein kleiner Teil der Ursachen für den wirtschaftlichen Niedergang Russlands“, fügte Wellmann hinzu. „Es ist unbedingt notwendig, endlich umfassende Strukturreformen in Wirtschaft und Gesellschaft anzugehen.“

Auch die Bundesregierung äußerte sich besorgt. „Die Lage ist tatsächlich ernst“, sagte der Sprecher des Auswärtigen Amtes, Martin Schäfer. Regierungssprecher Steffen Seibert ergänzte, die Bundesregierung beobachte die Entwicklung in Russland aufmerksam. Er betonte, dass die Krise nicht vorrangig auf die von EU und USA im Zuge des Ukraine-Konflikts gegen Russland verhängten Wirtschaftssanktionen zurückgehe. Die Krise habe verschiedene Ursachen, von denen die meisten schon vor dem Ukraine-Konflikt angelegt gewesen seien, sagte Seibert, ohne konkreter zu werden.

Auch in Brüssel ist die sich verschärfende Krise ein Thema. Unmittelbar vor dem EU-Gipfel hieß es aus EU-Kommissionskreisen in Berlin: „Niemand hat Interesse daran, dass die russische Wirtschaft in eine tiefe Depression stürzt.“

Die Staats- und Regierungschefs der 28 EU-Länder werden sich am Donnerstag und Freitag auch mit der Lage in der Ukraine und dem Konflikt mit Russland beschäftigen. Russland müsse zu den Verpflichtungen aus dem Minsker Abkommen zurückfinden, betonte ein Kommissionsvertreter in Berlin. Im September hatten die Konfliktparteien in der weißrussischen Hauptstadt eine Waffenruhe vereinbart.

Kommentare zu " Wirtschaftskrise: Deutsche Außenpolitiker bieten Russland Hilfe an"

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  • unsere Außenpolitiker bieten RUS ihre Hilfe an und täglich gibt es neue Sanktionen? mal ernsthaft gefragt: kommt der bestellte krieg noch vor Weihnachten, verarscht ihr uns weiter, oder nehmt ihr uns vorher wegen der Finanzkrise noch schnell das Geld ab, bevor ihr uns in den Krieg schickt?

  • >> Die Sanktionen des Westens entfalten ihre verheerende Wirkung >>

    Insbesondere kommen WESTLICHEN INVESTOREN in Mitleidenschaft !

    Durch die RUBELABWERTUNG verlieren die Investoren enorme Summen an Geld !
    Einfaches Beispiel :

    Ein Investor kommt nach Russland und kauft auf der Börse in Moskau Aktien Russischer Firmen für sagen wir mal 1 Mrd. € .

    Beim Kauf der Aktie hat dieser Investor die 1 Mrd. € in 44 Mrd. Rbl. umgetauscht ! Mit der Aktion hat der Investor zweierlei bewirkt. Er hat den Rbl. gestärkt, weil er Rubel gekauft hat und hat die Aktien mit seiner Nachfrage in die Höhe getrieben.

    Jetzt verläßt der Investor Russland, weil die Sanktionen es so wollen. Für seine investierten 44 Mrd. Rubel bekommt er beim Rücktausch ( Kurs 88 ) nur noch 500 Mio. € zurück ( die Rubels kann er ja nicht mitnehmen, was SOLL ER MIT DENEN MACHEN ? ).

    Und mit dem Verkauf seiner Russischen Aktien wird er schon Verluste gemacht haben, zumal die viel billiger geworden sind.

    Summasummarum : der Westliche Investor hat in Russland aus 1 Mrd. € dank Sanktionen höchstwahrscheinlich nur noch ca. 300 Mio. € übrig.

    Jetzt kann man sehen , wem der Rubelverfall mehr Schaden angerichtet hat !

  • Woher haben Sie dann dieses Wissen? Aus der Bildzeitung?

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