Wohnungsbau
Immobilien als Stabilitätsfaktor in der Krise

Die Immobilienbranche in Deutschland ist krisensicher. Durch eine vernünftige Wohnungspolitik und eine solide Finanzierung bleiben die Preise stabil, ziehen teilweise sogar leicht an. Künftig könnte die Branche vor allem von der der energetischen Gebäudesanierung profitieren.

BERLIN. Die deutsche Immobilienwirtschaft erweist sich nach dem ersten Wohnungsbaubericht der Bundesregierung als Stabilitätsanker in der aktuellen Wirtschaftskrise.„In den USA ist der Immobiliensektor Auslöser der Krise, in Deutschland ist diese Branche ein wichtiger und sicherer Stabilitätsfaktor“, kommentierte Bauminister Wolfgang Tiefensee (SPD) die Ergebnisse der Analyse, die heute vom Bundeskabinett verabschiedet werden soll und dem Handelsblatt in Auszügen vorliegt.

Dabei profitiert die Branche vor allem davon, dass es in Deutschland dank der Wohnungspolitik der vergangenen Jahre und der hier üblichen sicheren und langfristig ausgerichteten Finanzierungsinstrumente wie Festzinshypotheken und Bausparen keine Immobilienblase gegeben hat. Die Preise zogen vielmehr nur in wenigen Ballungszentren etwas an.

Zudem profitiert die Branche vom Trend zu immer mehr Singlehaushalten und größeren Wohnungen und dem zunehmenden Einstieg ausländischer Investoren in den deutschen Wohnungsmarkt. Seit 2004 wurden 1,9 Millionen Mietwohnungen verkauft, davon rund die Hälfte an ausländische Investoren. Die aktuellen Finanzierungsbedingungen für den Wohnungsbau werden in dem Bericht als nach wie vor gut dargestellt. Bei den Gewerbeimmobilien haben sie sich jedoch teilweise spürbar verschlechtert, so dass stabilisierende Effekte derzeit vor allem von der Wohnungswirtschaft ausgehen.

Sie werden durch die massiven Konjunkturhilfen vor allem im Bereich der energetischen Gebäudesanierung noch verstärkt. Zudem profitiert die Branche von der Erhöhung des Wohngelds zu Jahresbeginn um 520 Mill. Euro pro Jahr, von der rund 800 000 Haushalte profitieren. Während in den USA Millionen von der Krise Betroffene ihre Wohnung verloren haben, übernimmt der deutsche Staat derzeit die Kosten für Unterkunft und Heizung von acht Millionen Arbeitssuchenden und stabilisiert damit auch in der Krise die regionalen Wohnungsmärkte. Sorge bereitet der Bundesregierung allerdings der starke Rückgang beim Wohnungsneubau. „Wir müssen hier sehr genau darauf achten, dass es nicht zu einem Unterangebot an Wohnungen kommt, das dann zu höheren Mieten führen würde“, warnte Tiefensee.

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