Zeitarbeitsbranche
Leiharbeiter können Milliarden nachfordern

Der deutschen Zeitarbeitsbranche drohen Zahlungen in Milliardenhöhe: Leiharbeiter mit Verträgen der Tarifgemeinschaft Christlicher Zeitarbeitsgewerkschaften können auch rückwirkend Nachforderungen erheben.
  • 3

ErfurtAlle von der Tarifgemeinschaft Christlicher Zeitarbeitsgewerkschaften abgeschlossenen Tarifverträge sind nach einem Urteil des Bundesarbeitsgerichts (BAG) in Erfurt unwirksam. Dies gelte der schriftlichen Urteilsbegründung vom Montag zufolge auch rückwirkend für Verträge ab 2003, sagte BAG-Sprecher Christoph Schmitz-Scholemann.

Wegen der Verjährungsfrist könnten Zeitarbeiter mit Verträgen seit dem Jahr 2005 Nachzahlungen fordern. Auch die Sozialversicherungsträger können Nachforderungen erheben. Die obersten Arbeitsrichter hatten der Tarifgemeinschaft Christlicher Gewerkschaften für Zeitarbeit und Personalserviceagenturen (CGZP) im Dezember die Tariffähigkeit abgesprochen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Zeitarbeitsbranche: Leiharbeiter können Milliarden nachfordern"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Sehr geehrter Herr Melbert,

    ich stimme mit Ihnen in einem Punkt überein, Arbeitnehmer, die Vollzeit arbeiten sollten nicht auf zusätzliche Hilfen vom Sozialamt angewiesen sein.
    Ich arbeite in einem mittelständischen Zeitarbeitsunternehmen und ich kann Ihnen versichern, dass in unserem Unternehmen kein einziger Arbeitnehmer Aufstockung vom Amt bezieht. Man vergisst aber auch gern die guten Seiten der Arbeitnehmerüberlassung. Wir vermitteln vorwiegend geringqualifizierte Arbeitnehmer, die ohne unser Unternehmen noch nicht einmal die Chance hätten einen seriösen Arbeitgeber zu finden. Auch sehen wir es als unser Ziel an, unsere Arbeitnehmer im Anschluß an unsere Beschäftigung in eine Stelle im Entleihbetrieb zu vermitteln. Unsere hohen Vermittlungsquoten von über 60% sprechen für unsere hochqualitative Arbeit, deshalb bitte ich sie, nicht alle Zeitarbeitsunternehmen über eienn Kamm zu scheren. Die kleinen mittelständischen Unternehmen erfüllen doch zu einem Großteil ihre Aufgabe und haben somit eine Berechtigung.

    Auch sollte man die Sache vielleicht mal aus Gesamtwirtschaftlicher Sicht sehen und fragen wo eigentlich der Verursacher von Dumpinglöhnen, auf die sie sich beziehen liegen. Gehen sie das nächste mal mit offenen Augen durch eien Supermarkt und fragen sie sich, warum der Käse oder andere Delikatessen soviel preiswerter sind als in anderen Ländern, obwohl unser Durchschnittseinkommen teils deutlich höher angesiedelt ist.

  • Sehr geehrte Danmen und Herren,
    mit Verwunderung las ich diesen Artikel. Das Urteil vom 14.12.2010 sagt dies ganz und gar nicht aus. Festgestellt wurde lediglich die Tarifunfähigkeit der CGZP zum Zeitpunkt des Urteilsspruch und für die Zukunft. Das BAG bezieht sich im Urteil eindeutig auf die Gegenwart, nachzulesen unter Punkt 33 der Begründung zum Urteil (Beschluß BAG 14.12.201, 1ABR19/10). Dies bedeutet, dass zu jetzigen Zeitpunkt eben keine Zahlungsverpflichtung der Zeitarbeitsunternehmen besteht, da eben im Urteil nicht die Vergangenheit behandelt wurde, dies muß gegebenenfalls noch einmal vor einem Arbeitsgericht verhandelt werden, die kann Jahre dauern und die Ansprüche aller Parteien werden zu diesem Zeitpunkt verjährt sein.

    Seit dem 01.01.2010 besteht für den Tarifvertrag AMP/CGZP ein mehrgleidriger Tarifvertrag, der die Anforderungen an die Tariffähigkeit erfüllt. Daher ist es völlig nebensächlich, ob die CGZP zum Zeitpunkt des Urteils nicht tariffähig war, da in diesem Moment der Tarifvertrag aufgrund der Mehrgliedrigkeit schon längst Bestand hatte.

    Deshalb bitte ich sie auch um eine Korrektur dieses Artikels, da er einfach nicht den Fakten entspricht.

    Hochachtungsvoll

    Steffen_Z

  • Wichtig ist jetzt, daß die Begünstigten sich nicht auf einen Vergleich einlassen oder auf ihre Ansprüche verzichten, insbesondere nicht, wenn sie "Aufstocker" sind. Dann müßten die Arbeitsagenturen diese nachforderungen durchsetzen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%