Zentrale Flüchtlingsbehörde in Berlin
Berliner Regierungschef Müller will neue Lageso-Spitze

Die zentrale Behörde für Flüchtlinge in Berlin scheitert seit Monaten an Registrierung und Versorgung der Asylbewerber. Diese warten nur für eine Registrierung teils tagelang im Freien. Regierungschef Müller ist wütend.

BerlinDer Streit um das seit Monaten in der Kritik stehende Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) spitzt sich zu. Regierungschef Michael Müller (SPD) forderte am Mittwoch Sozialsenator Mario Czaja (CDU) auf, den Präsidenten der für Flüchtlinge zuständigen Behörde, Franz Allert, abzulösen. „Wir brauchen hier eine neue Spitze im Lageso, die ihre Verantwortung wirklich wahrnimmt. Dafür ist die Sozialverwaltung zuständig, das zu organisieren“, sagte Müller am Mittwoch in der RBB-„Abendschau“, wie der Sender vorab mitteilte. „Wir sind jetzt in einer Situation, in der wir nicht mehr länger warten können.“

Das Lageso ist die erste Anlaufstelle für neu ankommende Flüchtlinge in Berlin. Es ist zuständig für die Registrierung der Asylbewerber, für ihre medizinische Erstversorgung, das Zuweisen in Notunterkünfte und die Ausgabe von Taschengeld. Die Behörde bekommt diese Aufgaben seit Monaten nicht in den Griff. Das Gelände ist hoffnungslos überfüllt. Hunderte Flüchtlinge stehen tagelang draußen in der Kälte oder in beheizten Zelten an.

Allert, aber auch sein Vorgesetzter Czaja stehen wegen der katastrophalen Zustände seit Wochen in der Kritik. Müller kündigte an, die untragbaren Zustände vor dem Lageso in den nächsten Tagen spürbar zu verbessern. Die Wartezelte sollen für Flüchtlinge geöffnet und das Zugangssystem optimiert werden.

Obwohl bereits jetzt einige hundert Asylbewerber noch nicht registriert sind, kündigte Lageso-Chef Allert im RBB-Kulturradio an, dass in Berlin über die Weihnachtsfeiertage keine Flüchtlinge registriert werden. „Eine Registrierung wird an den Feiertagen nicht stattfinden. Die Mitarbeiter haben sich freie Feiertage verdient“, sagte er. Die Unterbringung und Versorgung solle jedoch auch über die Feiertage organisiert werden.

Zugleich räumte Allert ein, dass sich die Zustände am Lageso noch nicht grundlegend gebessert hätten. „Es ist noch keine wirklich befriedigende Situation, trotz der erheblichen Veränderungen und Bemühungen, die hier schon seit Monaten laufen.“

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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