Zentralrat der Juden
Lob für Christian Wulffs Weihnachtsansprache

Dieter Graumann, Präsident des Zentralrats der Juden, hat die Weihnachtsansprache des Bundespräsidenten gelobt. Es sei „wichtig und richtig“, dass Wulff das Thema Rechtsterrorismus eindringlich behandele.
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DüsseldorfDer Zentralrat der Juden hält es für „absolut wichtig und richtig“, dass Bundespräsident Christian Wulff in seiner Weihnachtsansprache dem Thema Rechtsterrorismus besonders großen Raum einräumt und eindringlich für den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft wirbt und sich dabei nachdrücklich gegen Hass und Ausgrenzung wendet. „Diese Haltung und die Stimme für das, was uns alle gemeinsam doch einen muss, brauchen wir heute auch dringender denn je“, sagte der Präsident des Zentralrats, Dieter Graumann, Handelsblatt Online. „Denn wir alle sind doch noch immer darüber schockiert, dass ein faschistisches Killerkommando jahrelang nahezu unbehindert in unserer Mitte wüten konnte.“

Das sei ein schier unfassbares Desaster und Debakel für die deutschen Sicherheitsbehörden, kritisierte Graumann. „Hier muss, und ich bin mir sicher: hier wird, sich einiges ändern.“ Aber jenseits von allen politischen und administrativen Konsequenzen, ist es nach Graumanns Überzeugung entscheidend, „dass jetzt vor allem ein neuer Spirit von Menschlichkeit und von Gemeinsamkeit wächst“. Genau dieses Signal setze für ihn der Bundespräsident mit seinem Appell, so Graumann.

Nötig sei in der Tat ein „resoluter Ruck gegen Rechts in der ganzen Gesellschaft, in den Köpfen und in den Herzen von uns allen“, betonte der Zentralrats-Präsident. „Wer immer sich faschistisch engagiert oder rassistisch agitiert, muss wissen und spüren: Er ist sozial geächtet.“ Faschisten seien Menschenfeinde und verdienten kein Verständnis, sondern nur Verachtung, sagte Graumann und fügte hinzu: „Mehr kämpferisches Engagement der Herzen von uns allen für die Menschlichkeit und gegen den Hass - so verstehe ich die Message des Bundespräsidenten.“

Überschattet wurde die diesjährige Weihnachtsansprache von den Vorwürfen gegen Wulff im Zusammenhang mit einem Privatkredit sowie Urlauben in den Domizilen befreundeter Unternehmer. Er hatte sich zehn Tage nach Bekanntwerden des umstrittenen Kredits entschuldigt, das Thema in der Rede jedoch bewusst ausgespart.

Dietmar Neuerer
Dietmar Neuerer
Handelsblatt / Reporter Politik

Kommentare zu " Zentralrat der Juden: Lob für Christian Wulffs Weihnachtsansprache"

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  • Wen interessiert es, was der Zentralrat der Juden zu quaken hat?
    Gelinde gesagt: Keine Sau!
    Denn was den Herrn Zentralrat wohl überhaupt nicht zu interessieren scheint, ist der Fakt, das wir ein Grundgesetz haben. Und in diesem Besonderen Fall wäre Artikel 3 Abs. 3 besonderst erwähnenswert.

    Die Aussagen des Herrn sind; wie nennt man das neuerdings so schön?; populistisch und hetzerrisch und denkbar ungeeignet „einen neue Spirit von Menschlichkeit und von Gemeinsamkeit wachsen zu lassen.“ (welch wunderbar hohle Phrase)
    Aber wie wir wissen, gilt der Gummiparagraph über die Volksverhetzung ja nur für bestimmte Menschengruppen. Besonderst für die, die man unbedingt "sozial ächten" muß. Was, wenn man sich die Praxis so anschaut, schlicht und einfach bedeutet, das man ihr Leben grundsätzlich und vollkommen zerstört. Und das nur, weil sie eine andere Meinung haben, andere Ansichten und andere Prioritäten setzen. Und sich nicht scheuen ihre (andere) Meinung öffentlich zu vertreten.

    Ach ja, da hat ja noch ein "fasch. Killerkommando" in unserer Mitte gewütet. Donnerwetter, wie ergreifend. Das Dumme ist nur, daß dieses, aus drei Jugendlichen bestehendes Killerkommando nichts mehr zu den Vorwürfen sagen kann, da es unter sehr dupiosen Umständen aus dem Leben schied. Das kam ja sehr gelegen. Denn nun kann man ja wieder mal voller Eifer, den "Kampf gegen Rechts" entfachen. die Menschen in Kategorien einteilen, die Gesellschaft spalten und gegeneinander aufhetzen. Leider bemerkt weder der Herr Zentralrat noch seine Mitläufer, daß bei genau dieser Vorgehensweise der "Spirit der Gemeinsamkeit" ganz gewaltig auf der Strecke bleibt. Aber mir persönlich scheint es, als ob genau das auch so sein soll! Kein Volk läßt sich besser beherrschen, als eines das uneins und zerbrochen ist.

  • Wen interessiert es, was der Zentralrat der Juden zu quaken hat?
    Gelinde gesagt: Keine Sau!
    Denn was den Herrn Zentralrat wohl überhaupt nicht zu interessieren scheint, ist der Fakt, das wir ein Grundgesetz haben. Und in diesem Besonderen Fall wäre Artikel 3 Abs. 3 besonderst erwähnenswert.

    Die Aussagen des Herrn sind; wie nennt man das neuerdings so schön?; populistisch und hetzerrisch und denkbar ungeeignet „einen neue Spirit von Menschlichkeit und von Gemeinsamkeit wachsen zu lassen.“ (welch wunderbar hohle Phrase)
    Aber wie wir wissen, gilt der Gummiparagraph über die Volksverhetzung ja nur für bestimmte Menschengruppen. Besonderst für die, die man unbedingt "sozial ächten" muß. Was, wenn man sich die Praxis so anschaut, schlicht und einfach bedeutet, das man ihr Leben grundsätzlich und vollkommen zerstört. Und das nur, weil sie eine andere Meinung haben, andere Ansichten und andere Prioritäten setzen. Und sich nicht scheuen ihre (andere) Meinung öffentlich zu vertreten.

    Ach ja, da hat ja noch ein "fasch. Killerkommando" in unserer Mitte gewütet. Donnerwetter, wie ergreifend. Das Dumme ist nur, daß dieses, aus drei Jugendlichen bestehendes Killerkommando nichts mehr zu den Vorwürfen sagen kann, da es unter sehr dupiosen Umständen aus dem Leben schied. Das kam ja sehr gelegen. Denn nun kann man ja wieder mal voller Eifer, den "Kampf gegen Rechts" entfachen. die Menschen in Kategorien einteilen, die Gesellschaft spalten und gegeneinander aufhetzen. Leider bemerkt weder der Herr Zentralrat noch seine Mitläufer, daß bei genau dieser Vorgehensweise der "Spirit der Gemeinsamkeit" ganz gewaltig auf der Strecke bleibt. Aber mir persönlich scheint es, als ob genau das auch so sein soll! Kein Volk läßt sich besser beherrschen, als eines das uneins und zerbrochen ist.

  • Da ja laut einer UNO-Resolution Israel als rassistisch verurteilt wurde, müßte ja auch jedes Engagement für Israel als rassistisch gelten, ebenso der jüdische Talmudismus z. B. der Sekte Chabad Lubawitch, mit der dt. Politiker offensichtlich zusammenarbeiten. Warum aber hört niemals irgendein Wörtchen über jüdischen Rassismus?

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