Deutschland
Zitate: Wirtschaft enttäuscht über Wahlergebnis

Klaus-Peter Müller, Präsident des Bundesverbandes deutscher Banken und Vorstandschef der Commerzbank: "Das Ergebnis stellt die Politik vor große Herausforderungen, da es wegen der unklaren Mehrheiten schwerer wird, eine stabile Regierung zu bilden. Wie immer die Regierung aussehen wird, an einer klaren Reformpolitik führt kein Weg vorbei, wenn Deutschland seine Wachstumsprobleme lösen und mit der internationalen Entwicklung mithalten will."

Jürgen Hambrecht, Vorsitzender des Vorstands der BASF: "Wer immer die künftige Regierung bildet, muss die Reformen, die mit der Agenda 2010 eingeleitet worden sind, schnell und weiter vorantreiben. Die Politik darf sich nicht an Details festbeißen, sondern muss klare Konzepte liefern. Es geht um die Reform unserer Steuergesetze, unserer Sozialsysteme und unserer Energieversorgung."

Nikolaus Schweickart, Vorstandsvorsitzender der Altana AG: "Für die Wirtschaft ist der Wahlausgang ein Desaster. Es läuft offenbar alles auf eine große Koalition hinaus. Aber das bedeutet Stillstand und birgt die Gefahr, dass eine solche Koalition nach zwei Jahren wieder auseinander bricht. Die Unterschiede sind auf allen Feldern so groß, dass man sich wohl nur auf den kleinsten gemeinsamen Nenner verständigen kann. Damit lässt sich das Land nicht nach vorn bringen."

Jürgen Thumann, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI): "Das Ergebnis ist aus Sicht der Wirtschaft bitter enttäuschend. Es macht das Regieren sehr schwierig. Vieles deutet nun darauf hin, dass es zu einer großen Koalition kommt. Ich appelliere deshalb an die Volksparteien, sich ihrer Verantwortung bewusst zu sein und alles zu tun, die notwendigen Reformen voranzubringen."

Dieter Gorny, Manager des US-Medienkonzerns Viacom und Gründer des Musiksenders Viva: "Das ist ein Votum gegen einen radikalen Wechsel. Die qualitative Performance des bürgerlichen Lagers hat den Wähler nicht überzeugt. Der Wähler will durchaus Reformen, die aber besser sozial diskutiert werden müssen. Ich halte eine große Koalition für eine starke Sache, weil das Land große Mehrheiten für die anstehenden sozialen Veränderungen braucht."

Hans-Joachim Körber, Vorstandsvorsitzender der Metro: "Der Wähler hat entschieden, und dies ist ohne Wenn und Aber zu respektieren. Ich hoffe, dass sich bei den Gesprächen zwischen den Parteien die Einsicht in das Notwendige durchsetzen wird. Das gilt für die Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. Auch die Deregulierung des Arbeitsmarktes und die Reform der Sozialsysteme dulden keinen Aufschub."

Jürgen Großmann, Geschäftsführender Gesellschafter der Georgsmarienhütte Holding GmbH:

"Es lässt sich offenbar feststellen, dass die Erfahrung von Gerhard Schröder als Staatsmann besser bewertet wurde, als es die Umfragen vorhergesagt haben. Nun müssen CDU und SPD Veränderungen rasch auf den Weg bringen. Unabdingbar ist, dass künftig jeder Einzelne mehr Eigenverantwortung übernimmt und Leistungsbereitschaft zeigt."

Siegfried Jaschinski, Vorstandsvorsitzender der Landesbank Baden-Württemberg: "Mangels anderer plausibler Konstellationen ist jetzt eine große Koalition unter Führung der CDU die naheliegendste Variante. Dies wäre zwar weder aus der Sicht der Union noch aus der Perspektive der SPD eine Wunsch- (oder gar Traum-)Koalition. Ich hoffe jedoch, dass sich insbesondere die SPD an die offizielle Begründung für diese vorgezogene Bundestagswahl erinnert."

Andreas Heinze, Deutschland-Chef des Festnetzbetreibers Versatel: "Das Ergebnis ist sicher eine Enttäuschung. Die Union muss sich fragen, was sie im Wahlkampf falsch gemacht hat. Denn die Herausforderungen des Wahlkampfes waren für die Regierung sicher größer als für die Opposition. Jetzt ist es wichtig, dass sich schnell eine stabile Regierung bildet, die Deutschland in den nächsten Jahren führen kann."

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%