+++ Liveblog zur Ukraine-Krise +++
Russland testet Atomrakete

Russische Soldaten ziehen offenbar aus der Ukraine ab. Gleichzeitig setzt Moskau mit dem Test einer Interkontinentalrakete ein Zeichen der Stärke. Weitere Tests seien bereits geplant.
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Bestraft die EU Russland? Sanktionen sind beschlossen, deren Anwendung jedoch ausgesetzt. Heute beraten die Botschafter der 28 EU-Länder. Sie wollen prüfen, wie viel die Beteiligten in der Ostukraine zu einer friedlichen Lösung beitragen. Die Ereignisse des Tages im Liveblog.

+++Putin will Rüstungsindustrie direkt kontrollieren+++

Russlands Präsident Wladimir Putin verschärft die Kontrolle der heimischen Rüstungsindustrie. Per Dekret machte sich Putin am Mittwoch selbst zum Vorsitzenden der Kommission, die für die Aufsicht der Branche zuständigen ist. Die Regierung in Moskau bemüht sich um eine geringere Abhängigkeit von Rüstungsimporten aus dem Ausland, seit EU und USA in der Ukraine-Krise Sanktionen gegen Russland verhängt haben. Putin kritisierte am Mittwoch zudem die Nato. Das westliche Verteidigungsbündnis nutze den Ukraine-Konflikt, um sich "selbst wiederzubeleben", sagte Putin. Russland habe bereits wiederholt gewarnt, dass es darauf reagieren müsse.

+++ Polen bekommt weniger Gas aus Russland +++

+++ Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Militärs +++

Nach einem Gefecht gegen Separatisten mit schweren Verlusten für die ukrainische Armee hat die Staatsanwaltschaft in Kiew Ermittlungen gegen führende Militärs aufgenommen. Die Justiz prüfe, ob der Tod von mehr als 200 Soldaten bei Ilowaisk Ende August auf Fehler der Militärführung zurückzuführen sei, sagte am Mittwoch Generalstaatsanwalt Vitali Jarema in Kiew. Unter anderem wurden Generalstabschef Viktor Muschenko und der Kommandeur der Südstreitkräfte, Pjotr Litwin, in Dnjepropetrowsk befragt. Bei einer Offensive der Aufständischen waren Schätzungen zufolge bis zu 7000 Soldaten eingekesselt worden. Hunderte gerieten in Gefangenschaft.

+++ Russland testet Rakete +++

Zeichen der Stärke inmitten des Ukraine-Konflikt: Russland hat eine Interkontinentalrakete getestet, die mit Atomsprengköpfen bestückt werden kann. Das Atom-U-Boot „Wladimir Monomach“ habe die Rakete vom Typ Bulawa (Nato-Code: SS-N-30) aus dem arktischen Weißen Meer abgefeuert. Das teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Die seegestützte Rakete sei wie geplant auf dem rund 6000 Kilometer entfernten Versuchsgelände Kura auf der Halbinsel Kamtschatka im ostasiatischen Teil Russlands zerschellt. „Der Test war erfolgreich“, sagte Ministeriumssprecher Generalmajor Igor Konaschenkow. Russland hat die Bulawa bereits mehreren Tests unterzogen. Einige davon gingen schief und warfen das Projekt zurück. Die Rakete soll das Kernstück der russischen Atomwaffen über die nächsten zehn Jahre sein.

+++ Sanktionen bremsen Öl-Förderung +++

Die westlichen Sanktionen gegen Russland verzögern der Moskauer Regierung zufolge die Ausbeutung schwer zugänglicher Ölvorkommen. Die Strafmaßnahmen wirkten sich bereits auf die Entwicklung solcher Felder sowie die Produktion von Schieferöl aus, sagte Rohstoffminister Sergej Donskoi der Nachrichtenagentur Interfax. Schließlich nutze die heimische Branche dafür in der Regel Technologie aus dem Ausland und passe sie den örtlichen Bedingungen an.

+++OSZE-Vorsitzender plädiert für mehr Geduld +++

Der OSZE-Vorsitzende Didier Burkhalter stellt sich mit Blick auf den Ukraine-Konflikt gegen die Äußerungen einiger EU-Politiker und spricht sich gegen eine sofortige Verhängung neuer Sanktionen gegen Russland aus. Dem vereinbarten Waffenstillstand solle mehr Zeit gegeben werden, damit ein politischer Dialog zustande gebracht werden könne, sagte der Schweizer Präsident, dessen Land den Vorsitz bei der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit (OSZE) innehat. "Die Frage lautet ... ist jetzt die angemessene Zeit, neue Sanktionen zu verkünden, oder macht dies die instabile Lage nur noch instabiler", sagte Burkhalter am Mittwoch in Prag.

Kommentare zu " +++ Liveblog zur Ukraine-Krise +++: Russland testet Atomrakete"

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  • Der dümmste Fehler, den die Ukraine begangen hat:
    ihre Atomwaffen an Rußland abzugeben.

  • Den Optimismus eines möglichen Frieden in der Ukraine in Ehren, doch warum dann Gaslieferung an Polen drosseln, Raketen testen, fast jeden Tag Atombomber in den US Luftraum schicken etc….?

    Ich zitiere von Clausewitz:

    “Der Listige läßt denjenigen, welchen er betrügen will, die Irrtümer des Verstandes selbst begehen …”

    oder

    “Wer Frieden will, sollte auf einen Krieg vorbereitet sein!”

  • Wahrscheinlich ist der Urlaub schon vorbei.

    Köstlich dieser Poroschenko, teilweise besser als der irakische Propagandaminister Comical Ali. Aber jeder seiner Furze wird sofort von den deutschen Medien geschluckt.

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