100 Tage im Amt
Trump stellt sich gutes Zeugnis aus und attackiert die Medien

Für die ersten 100 Tage im Amt hat Donald Trump trotz Kritik von vielen Seiten nur Eigenlob übrig. Die Medien und ihr traditionelles Galadinner verspottet er dagegen. Die Journalisten geben sich kämpferisch.
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Harrisburg/WashingtonUS-Präsident Donald Trump hat sich für seine ersten 100 Tage im Amt eine ausgezeichnete Arbeit bescheinigt und zu einem erneuten Generalangriff auf die Medien ausgeholt. Seine Regierung habe ein Wahlversprechen nach dem anderen eingelöst, sagte er am Samstagabend (Ortszeit) in Harrisburg. Er kündigte an, nach und nach alle Wahlversprechen umzusetzen. Wiederholt griff er die Medien als unfähig und unehrlich an: Er warf den Journalisten vor, die Bilanz absichtlich zu verzerren und nur schlecht über ihn zu berichten.

Trump hatte sich bewusst dafür entschieden, am Abend eine Großveranstaltung in Pennsylvania abzuhalten und dem traditionellen Galadinner der Hauptstadtpresse fernzubleiben. Sein 100. Amtstag wurde in Washington und anderen Städten von Protesten Tausender Menschen begleitet.

Vor seinen Anhängern sagte Trump, zu seinen Erfolgen in den ersten Wochen zähle die Benennung des konservativen Juristen Neil Gorsuch als Richter am Supreme Court, der Rückzug aus dem transpazifischen Handelsabkommen TPP sowie ein Dekret, mit dem er zentrale Klimaschutzbestimmungen aufgeweicht hatte, um die Kohleindustrie zu stärken. Für die Rückschläge etwa beim Umbau der Gesundheitsreform seines Vorgängers Barack Obama oder die Verzögerungen beim Bau einer Sperranlage an der Grenze zu Mexiko machte er die Demokraten verantwortlich. Seine Ziele werde er trotzdem erreichen: „Wir werden die Mauer bauen, Leute, machen Sie sich darüber gar keine Sorgen.“

Vor der Kundgebung in Pennsylvania unterzeichnete Trump einen weiteren Erlass. Darin beauftragte er das Handelsministerium, alle Handelsabkommen auf mögliche Vertragsverletzungen zu untersuchen. Zu Beginn der Rede teilte er kräftig gegen die Presse aus. „Medienunternehmen wie CNN und MSNBC sind Fake News“, sagte er. Wenn er die Arbeit der Medien bewerten müsste, würde er ihnen schlechte Noten geben. Die Zuschauer reagierten mit Buh-Rufen. Die Presse komme ihrer Pflicht nicht nach, „ehrlich zu sein und die Wahrheit zu berichten“, sagte Trump weiter.

Der Präsident spottete auch über das zur gleichen Zeit stattfindende Galadinner der Journalisten, die über das Weiße Haus berichten. „In einem Hotel-Ballsaal in unserer Hauptstadt hat sich gerade eine große Gruppe von Hollywood-Schauspielern und Washingtoner Medien versammelt, um sich zu trösten“, sagte Trump. Er sei froh, dass er nicht dort sei. Trump ist der erste Präsident seit 36 Jahren, der dieser traditionellen Veranstaltung fernbleibt.

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„Wir sind keine Fake News“

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