19 Verdächtige lebten ausnahmslos in England
Mein netter Nachbar, der Terrorist

Die St. Margaret's Road in Birmingham, der Walton Drive in High Wycombe oder die Queen's Road in Walthamstow - alles Straßen, wie sie englischer kaum sein könnten. Reihenhaus an Reihenhaus, ein kleiner Vorgarten, davor ein Mittelklasse-Auto. Das sind die Ecken, in denen Scotland Yard jetzt nach Unterlagen für den möglicherweise schlimmsten geplanten Terroranschlag seit dem 11. September 2001 sucht. Wenn Polizei und Geheimdienste Recht haben, steht fest: Der Terror kommt in Großbritannien tatsächlich aus der Nachbarschaft.

HB LONDON. Die Drahtzieher der vereitelten Anschläge auf bis zu zehn transatlantische Flüge kommen aller Voraussicht nach aus dem islamistischen Milieu. Einen Tag nach dem Zugriff der Polizei veröffentlichten die britischen Behörden am Freitag persönliche Daten von 19 Verdächtigen mit Namen aus der moslemischen Welt. Eine Spur der Ermittler führte zudem nach Pakistan. Die Polizei schloss nicht aus, dass weitere Hintermänner noch auf freiem Fuß sind.

Der US-Sender ABC berichtete, nach fünf weiteren mutmaßlichen Drahtziehern werde noch gefahndet. Unter ihnen soll laut der britischen zeitung „The Guardian“ auch der Kopf der Gruppe sein. Der 29-jährige mutmaßliche Anführer habe fünf Jahre nach den Anschlägen vom 11. September einen „spektakulären Anschlag" geplant, berichtete » ABC unter Berufung auf pakistanische Ermittler.

Eine Sprecherin der britischen Polizei sagte dazu: „Es könnte sein, dass es noch weitere Personen gibt, die daran beteiligt waren.“ Am Donnerstag hatte die Polizei insgesamt 24 Verdächtige im Zusammenhang mit den geplanten Anschlägen festgenommen. In Pakistan waren der Polizei vergangenen Woche zudem zwei Briten ins Netz gegangen.

Verdächtige kommen aus London, Birmingham und High Wycombe

Die 19 Verdächtigen im Alter von 17 bis 35 Jahren wohnen den Angaben zufolge ausnahmslos in England, im Osten Londons, in Birmingham und im südostenglischen High Wycombe. Die meisten sind muslimischen Glaubens, stammen aus Einwandererfamilien und haben sowohl die pakistanische als auch die britische Staatsbürgerschaft. Die Bank von England sperrte auf Weisung der britischen Regierung die Konten der mutmaßlichen Täter. Nach Ansicht von Experten ist es ungewöhnlich, dass die Namen von Verdächtigen veröffentlicht werden.

Auf die Spur der Gruppe soll der britische Inlandsgeheimdienst MI5 bereits vor etwa einem Jahr durch einen Tipp aus der Szene gekommen sein. Seither wurde beobachtet, wie sich die Männer übers Internet Informationen besorgten und Verabredungen trafen. Bei der Beobachtung der Konten sei festgestellt worden, wie größere Summe hin und her bewegt wurden.

Drei der Männer sollen aus britischen Mittelklasse-Familien stammen und erst vor kurzem zum Islam übergetreten sein. Nach Informationen der Tageszeitung „The Times“ wurde bei einem Verdächtigen ein so genanntes Märtyrervideo gefunden, das vermutlich von einem der potenziellen Selbstmord-Attentäter stammt. Ähnliche Videos waren nach den Terror-Anschlägen in London mit mehr als 50 Toten vor mehr als einem Jahr an die Öffentlichkeit gelangt.

Allesamt führten offenbar ein völlig unaffälliges Leben. Informationenen des „Guardian" zufolge waren sie auf der britischen Insel unter anderem als Maurer, Pizzeria-Mitarbeiter und Nachtwächter beschäftigt. Unter den Verdächtigen soll demnach auch der Vorsitzende der studentischen islamischen Gesellschaft an der London Metropolitan University sein sowie zwei Brüder, die Gebrauchtwagenhändler sind, berichtet die Zeitung unter Berufung auf Ermittlungskreise weiter.

Seite 1:

Mein netter Nachbar, der Terrorist

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%