2,4 Milliarden Euro Entschädigung
Libyen übernimmt Verantwortung für Lockerbie-Anschlag

Libyen wird nach Jahre langen zähen Verhandlungen voraussichtlich in den nächsten Tagen vor dem UN-Sicherheitsrat die Verantwortung für den Tod von 270 Menschen durch den Lockerbie-Anschlag übernehmen.

HB/dpa NEW YORK. Libyen zahlt zudem 2,7 Milliarden Dollar (2,4 Milliarden Euro) an Entschädigungen. Im Rahmen eines Abkommens zwischen Libyen, den USA und Großbritannien, das am Montag in London getroffen wurde, sollen im Gegenzug die UN-Sanktionen gegen das arabische Land aufgehoben werden.

In dem Brief an den Sicherheitsrat gibt die Regierung in Tripolis nach Informationen von UN-Diplomaten zu, dass der wegen des Lockerbie-Anschlags 2001 von einem schottischen Gericht in den Niederlanden verurteilte Abdel Basset Ali Megrahi ein Agent des libyschen Staates war. Allerdings würden in dem Schreiben weder der libysche Revolutionsführer Muammar el Gaddafi noch Mitglieder seiner Regierung Verantwortung für den Anschlag auf eine Maschine der US- Fluggesellschaft PanAm über der schottischen Ortschaft Lockerbie eingestehen.

Das Flugzeug war 1988 durch eine eingeschmuggelte Bombe zum Absturz gebracht worden. Alle 259 Insassen sowie elf Menschen am Boden kamen ums Leben. Die Hinterbliebenen der Opfer sollen Entschädigungen aus einem Konto in der Schweiz erhalten, auf das Libyen insgesamt 2,7 Milliarden Dollar einzahlt.

Nach dem in Geheimverhandlungen erzielten Abkommen sollen die USA und Großbritannien im Anschluss an die Übergabe des libyschen Briefes gegenüber dem Sicherheitsrat erklären, Libyen habe aus ihrer Sicht die mit den vor elf Jahren verhängten UN-Sanktionen verbundenen Auflagen erfüllt. Möglicherweise noch in dieser Woche werde Großbritannien dann einen Resolutionsentwurf zur formellen Aufhebung der Libyen-Sanktionen in den Sicherheitsrat einbringen, hieß es in UN-Kreisen. Die Abstimmung darüber könne in der kommenden Woche stattfinden.

Der UN-Sicherheitsrat hatte die Sanktionen bereits 1999 ausgesetzt, nachdem Libyen zwei Männer an das schottische Gericht überstellt hatte, die wegen Beteiligung an dem Bombenschlag angeklagt wurden. Die USA hatten allerdings ihr Embargo gegen Libyen mit der Begründung aufrecht erhalten, der Staat unterstütze nach wie vor den internationalen Terrorismus.

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