200 US-Tote seit Kriegsbeginn
Neue Aktion gegen Saddam-Anhänger

Die US-Truppen im Irak haben am Sonntag eine neue Operation gegen militante Anhänger des alten Regimes begonnen und damit auf die verstärkten Angriffe der vergangenen Tage reagiert.

HB/dpa WASHINGTON/BAGDAD. 60 Iraker wurden bei der Operation „Sidewinder“ (Klapperschlange) im Zentralirak festgenommen. Bei Angriffen auf US- Truppen waren allein in der vergangenen Woche sechs Amerikaner getötet worden. Damit erhöhte sich die Zahl der seit Kriegsbeginn getöteten US-Soldaten auf über 200.

Wie das für die Region zuständige US-Zentralkommando am Sonntag mitteilte, wurden bei der Operation „Sidewinder“ (Klapperschlange) auch zahlreiche Waffen sichergestellt. Auch in Mosul im Norden des Iraks nahmen US-Truppen bei mehreren Hausdurchsuchungen 15 Personen fest. Ziel der Operation sei es, Gegner der amerikanischen Besatzung auszumachen, die in den vergangenen Tagen verstärkt Anschläge auf US- Truppen verübt hatten.

Der amerikanische Zivilverwalter Paul Bremer gestand in einem am Sonntag von der BBC veröffentlichten Interview, dass die Lage dadurch erschwert werde, dass Saddam Hussein noch immer nicht gefasst oder getötet worden sei. Die bisher erfolglosen Anstrengungen in dieser Sache ermutigten die Anhänger des untergegangenen Baath-Regimes. Dies sei einer der Gründe, weswegen sie eine Zusammenarbeit mit der amerikanischen und der britischen Besatzungsmacht verweigerten.

Am Samstag waren die Leichen von zwei vermissten US-Soldaten in der Ortschaft El Tadschi rund 20 Kilometer nördlich von Bagdad entdeckt worden. Nach Informationen des Nachrichtensenders CNN ist es offensichtlich, dass die beiden Soldaten nicht bei einem Unfall ums Leben kamen. Die beiden 27 und 37 Jahre alten Soldaten waren am Mittwoch bei Balad nördlich von Bagdad mit ihrem Geländewagen unterwegs gewesen, als der Kontakt zu ihnen abbrach.

Auch am Sonntag rissen die Angriffe auf US-Soldaten nicht ab. Bei einem Anschlag auf einen Militärkonvoi in Bagdad wurden am Sonntagmorgen wurden zwei Amerikaner verletzt, ein irakischer Zivilist starb. Der arabische Fernsehsender El Dschasira meldete zwei weitere Zwischenfälle nahe den westirakischen Städten Kaim und Falludscha. Bei Kaim sei am Sonntag ein US-Militärkonvoi attackiert worden. Dabei sei ein Iraker getötet worden.

Die Zahl der im Irak getöteten US-Soldaten hat sich mit dem Fund der beiden Leichen auf mehr als 200 erhöht, wie US-Medien am Sonntag berichteten. Seit dem 1. Mai, als US-Präsident George W. Bush die größeren Kampfhandlungen für beendet erklärt hatte, sind mehr als 60 US-Soldaten ums Leben gekommen, davon 23 infolge von Angriffen.

Unterdessen berichtete die Zeitung „Bild am Sonntag“, dass auf den deutschen Diplomaten Claude Robert Ellner vor einer Woche in Bagdad geschossen worden sei. Der deutsche Geschäftsträger in der irakischen Hauptstadt sei bei dem Anschlag unverletzt geblieben. Unter Berufung auf deutsche Sicherheitsbehörden berichtete das Blatt, Ellner sei in seiner nicht-gepanzerten Limousine unterwegs gewesen, als ein Transporter seinen Wagen plötzlich überholte und Unbekannte aus dem Fahrzeug auf die Limousine schossen. GSG-9-Beamte im Begleitfahrzeug Ellners hätten das Feuer zwei Mal erwidert. Daraufhin seien die Angreifer geflüchtet. Das Auswärtige Amt in Berlin wollte den Bericht nicht kommentieren.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%