2 ß000 Marineinfanteristen in Falludscha stationiert
US-Truppen kämpfen in Kerbela gegen Miliz

Heftige Gefechte haben sich US-geführte Truppen am Freitag in der irakischen Stadt Kerbela mit der schiitischen Mehdi-Miliz geliefert.

HB KERBALA. Die Miliz habe die Soldaten der Allianz mit Sturmgewehren und Granaten angegriffen und zwei Militärfahrzeuge zerstört, berichteten Augenzeugen und die irakische Polizei. Die Mehdi-Miliz unterstützt den radikalen Schiiten-Führer Moktada el Sadr, den die US-Truppen gefangen nehmen oder töten wollen. Dieser hält sich in Nadschaf südlich von Bagdad auf und führt den Schiiten-Aufstand gegen die Besatzungstruppen an. Er drohte mit Selbstmordanschlägen, sollten die US-Truppen die den Schiiten heiligste Stadt angreifen.

Kerbela liegt rund 110 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Bagdad. Ein Sprecher der von Polen geführten Besatzungstruppen, die im südlichen Teil des Zentraliraks die Verantwortung haben, bestätigte Kämpfe in der Nähe des Rathauses. Weitere Details auch zu Opfern nannte er nicht. Das Verteidigungsministerium in Sofia teilte mit, ein bulgarischer Soldat sei bei den Kämpfen am Kopf getroffen worden. Sein Zustand sei kritisch. Neben bulgarischen sind auch polnische Soldaten in Kerbela stationiert.

Falludscha ist zum Symbol für nationalen Widerstand geworden

Bei Falludscha, das westlich von Bagdad liegt und ebenfalls ein Brennpunkt des irakischen Widerstandes gegen die Besatzung ist, sind rund 2 000 US-Marineinfanteristen stationiert. Dort bereiten sich US-Truppen auf eine mögliche neue Offensive vor, sollten die Aufständischen nicht wie vereinbart ihre schweren Waffen abgeben. „Wenn Falludscha fällt, fällt der Zentralirak, wenn der Zentralirak fällt, fällt die ganze Nation“, sagte US-Oberst John Coleman im Lager der Truppen bei Falludscha. Die Stadt ist ein Symbol des nationalen Widerstandes gegen die US-Besatzung geworden und hat eine strategisch wichtige Lage im so genannten sunnitischen Dreieck. Die Sunniten stellen zwar nicht wie die Schiiten die Bevölkerungsmehrheit im Irak, waren aber die Machtbasis des gestürzten Präsident Saddam Hussein, der selbst Sunnite ist.

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