40 Tote bei Zusammenstößen
Verhandlungen mit Sadr in Nadschaf abgebrochen

Die Gespräche mit dem radikalen Schiiten Sadr über ein Ende des Aufstands in Nadschaf sind gescheitert. Das bestätigte ein Vertreter der irakischen Regierung.

HB BERLIN. Die Verhandlungen über eine Beendigung der Gefechte in der irakischen Schiiten-Hochburg Nadschaf sind ergebnislos abgebrochen worden. Das meldet die Nachrichtenagentur AP am Samstag unter Berufung auf den nationalen irakischen Sicherheitsberater Muwaffak al Rubaie. Die Miliz des radikalen shiitischen Predigers Muktada al Sadr sei nicht auf den Vorschlag der irakischen Regierung eingegangen, sich aufzulösen und eine politische Partei zu gründen.

«Ich empfinde tiefe Trauer und bedaure, das Scheitern unserer Bemühungen zur Beendigung der Krise im Irak zu verkünden», sagte al Rubaie. Er sei jedoch zu weiteren Verhandlungen bereit. Er habe weiteres Blutvergießen in Nadschaf vermeiden wollen.

Ein Berater Sadrs sagte, die beiden Delegationen seien einer Lösung nahe gewesen. Dann habe der irakische Ministerpräsident Ijad Allawi seine Delegation plötzlich nach Bagdad zurückbefohlen. Er sprach von einer Verschwörung, um ein Massaker anzurichten.

Sadr hatte sich nur unter der Bedingung zu einem Ende des Aufstands bereit erklärt, dass die US-Truppen die Stadt verlassen. Weiter forderte er finanzielle Entschädigungen für alle Familien, die in den Auseinandersetzungen mit der US-Armee ein Familienmitglied verloren haben.

In diesem Punkt sei offenbar keine Einigung erzielt worden, berichtete die Nachrichtenagentur AP. Ein Sprecher von Sadrs Miliz machte die USA für das Scheitern der Verhandlungen verantwortlich. Sadr forderte im arabischen Nachrichtensender Al Dschasira den Rücktritt der irakischen Übergangsregierung.

Am Freitagmorgen war eine Waffenruhe vereinbart worden. In den vorangegangenen Tagen hatten sich Soldaten und Sadrs Mehdi-Miliz heftige Gefechte geliefert.

Etwa 10.000 Demonstranten zogen am Samstag durch Nadschaf, um Sadr ihre Unterstützung zu versichern. In Hilla, 95 Kilometer südlich von Bagdad, kam es zu Zusammenstößen zwischen irakischen Sicherheitskräften und Anhängern Sadrs. Laut Medienberichten wurden dabei etwa 40 Aufständische getötet.

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