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Furcht vor Flächenkrieg in Nahost

Angesichts einer drohenden israelischen Bodenoffensive scheint sich der Libanon-Konflikt immer mehr zum Flächenkrieg auszuweiten. Israel kündigte am Freitag die Mobilisierung weiterer Reservisten an, der Libanon drohte mit dem Einsatz von Streitkräften zur Landesverteidigung. Die Evakuierungen ausländischer Staatsbürger liefen weiter auf Hochtouren. Zur möglichen Beilegung des Konflikts planen Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier und US-Außenministerin Condoleezza Rice Reisen in den Nahen Osten.

HB BEIRUT/BERLIN. Israel erklärte, es werde seine Militäraktion erst beenden, wenn die Hisbollah hinter den 30 Kilometer von der libanesischen Grenze entfernten Fluss Litani zurückgedrängt sei. Hunderttausende Anwohner wurden zur sofortigen Flucht aus den Regionen südlich des Flusses aufgerufen. Die Vereinten Nationen gehen von mittlerweile rund 500 000 Binnenflüchtlingen im Libanon aus. Der Gewalt fielen seit dem 12. Juli etwa 335 Libanesen und 35 Israelis zum Opfer.

Bei Sarit an der israelisch-libanesischen Grenze schlug ein Geschoss in einem Posten von UNIFIL ein. Die israelischen Streitkräfte machten eine Hisbollah-Rakete dafür verantwortlich, ein UN-Offizier sprach jedoch von einem israelischen Artilleriegeschoss. Verletzt wurde niemand.

Israel könnte Medienberichten zufolge im Laufe des Wochenendes bis zu 20.000 Soldaten an der Grenze zum Libanon zusammenziehen. Damit verdichteten sich am Freitag die Hinweise auf eine bevorstehende große Bodenoffensive der israelischen Armee gegen die libanesische Hisbollah-Miliz.

Die bislang im Norden stationierte Division könnte um bis zu drei Divisionen verstärkt werden, berichtete die Zeitung „Yedioth Ahronoth“ in ihrer Internet-Ausgabe „YNET“ am Freitag. Ein Armeesprecher wollte die Angaben weder bestätigen noch dementieren. Eine Division besteht in der Regel aus 5000 Soldaten und etwa 100 Panzern.

Als Anzeichen für eine Invasion israelischer Bodentruppen wurden auch die Einberufung tausender Reservisten und eine Aufforderung an die Zivilbevölkerung gewertet, den Südlibanon zu verlassen. In israelischen Militärkreisen hieß es, mehr als 3000 Reservisten seien zu den Waffen gerufen worden. Der Armeerundfunk sprach von möglicherweise sechs Bataillonen, was bis zu 6000 Soldaten gleichkäme.

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