Abkommen
Deutsche Firmen sollen Irak-Zurückhaltung aufgeben

Bundeswirtschaftsminister Michael Glos und der irakische Premierminister Nuri el Maliki haben die deutschen Unternehmen zu einem stärkeren Engagement im Irak gedrängt – auch wenn die Sicherheitslage in dem Land von deutscher Seite noch so nicht positiv eingeschätzt wird wie von Maliki dargestellt.

HB BERLIN. Deutschland und der Irak haben mit einem Investitionsförder- und schutzabkommen eine wichtige Voraussetzung für den Ausbau ihrer Wirtschaftsbeziehungen geschaffen. „Ich darf die deutsche Geschäftswelt einladen, dass sie persönlich nach Bagdad kommen und sich dort aus erster Hand informieren, wie die Situation ist“, sagte Iraks Regierungschef Maliki. Glos forderte von deutschen Firmen: „Die Zeit der Mittelsmänner ist vorbei.“ Er ergänzte: „Man erwartet den Besuch im Irak.“

Vertreter der deutschen Wirtschaft bekundeten auf einem deutsch-irakischen Wirtschaftsforum den Willen zu einem stärkeren Engagement. „Es ist der Zeitpunkt anzutreten“, sagte Peter Mayr von der Nordafrika Mittelost Initiative (NMI) der Wirtschaft.

NMI-Chef Matthias Mitscherlich unterstrich: „Es besteht kein Zweifel, dass sich die Sicherheitslage im Irak in den letzten eineinhalb Jahren dramatisch verbessert hat.“ Unbedenklich sei sie aber noch immer nicht. Zudem forderte er eine transparente und leistungsfähige Bürokratie in dem Land ein. Das Interesse der deutschen Wirtschaft an Engagements im Irak steige. „Beide Seiten können von einer engeren wirtschaftlichen Zusammenarbeit profitieren“, sagte er.

„Wir heißen deutsche Firmen besonders willkommen“, sagte Iraks Regierungschef. Die deutsche Wirtschaft habe viel zu bieten, was sein Land brauche. „Wir sind in jeder Weise bereit, sie bei diesem Prozess (des Engagements) zu unterstützten“, versprach er.

Wichtige Vorbedingungen für einen freien Fluss von Investitionen und deren Absicherung seien geschaffen. „Ich kann ihnen versichern, dass wir die Bedingungen für gewinnträchtige Investitionen in unserem Land verbessern.“ Was die Sicherheit betreffe, so habe sich die Lage entscheidend verbessert und stehe Engagements nicht mehr entgegen.

Maliki sprach die großen Chancen bei Privatisierungen an. Zudem nannte er die Bereiche Verkehr, Infrastruktur, Energie, Chemie und den Bau. „Alle Sektoren der irakischen Wirtschaft müssen weiterentwickelt und modernisiert werden“, sagte er.

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