Abstimmung über Rückzug aus Gazastreifen wird möglicherweise verschoben
Entlassener israelischer Minister verschwunden

Einer der Minister, die Israels Regierungschef Scharon entließ, ist nicht auffindbar. Sein Entlassungsbrief konnte nicht zugestellt werden. Die Abstimmung im Kabinett könnte verschoben werden.

Einen Tag vor der Abstimmung über einen Rückzug aus dem Gazastreifen im israelischen Kabinett ist der von Regierungschef Ariel Scharon entlassene Tourismusminister Benny Elon verschwunden. Da die Entlassung erst 48 Stunden nach einer persönlichen Zustellung wirksam wird, halten Beobachter jetzt für möglich, dass die Abstimmung verschoben wird.

Der Aufenthaltsort Elons blieb während der jüdischen Sabbat-Ruhe unbekannt. Der Politiker der rechtsgerichteten Nationalen Union hatte sich entschieden gegen Scharons Rückzugsplan ausgesprochen und war deswegen am Freitag zusammen mit Verkehrsminister Avigdor Lieberman entlassen worden.

Damit sind die Chancen für eine Mehrheit für Scharons Pläne deutlich gestiegen. Für offen halten Beobachter jedoch die Frage, ob die Likud-Partei des Ministerpräsidenten, die Zerreißprobe bestehen kann, die durch den umstrittenen Rückzugsplan entstand. Die um Vermittlung zwischen beiden Seiten bemühte Einwanderungsministerin Tsipi Livni sagte: «Ich tue alles, um die Einheit der Regierung zu erhalten.»

Scharons Plan sieht einen Rückzug aus allen 21 jüdischen Siedlungen im Gazastreifen in vier Etappen bis Ende nächsten Jahres vor. Dort leben 7500 Juden inmitten von 1,3 Millionen Palästinensern.

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