Ägypten eröffnet Suezkanal
Sisis Prunkstück für 7,8 Milliarden Euro

Drei Jahre sollte die Erweiterung der wichtigen Handelsroute dauern. Doch Ägypten schaffte es in einem – auf Anordnung des Präsidenten und ganz ohne ausländische Finanzhilfe. Ägyptens starker Mann lässt sich feiern.
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KairoUnter massiven Sicherheitsvorkehrungen hat Ägypten die Eröffnung des erweiterten Suezkanals gefeiert. Präsident Abdel Fattah al-Sisi durchfuhr am Donnerstag mit der Yacht „El-Mahrusa“ die Wasserstraße. Das Schiff war bereits vor 146 Jahren das erste, das den damals neuen Kanal einweihte. „Ägyptens Geschenk an die Welt“ – wie der nordafrikanische Staat den Ausbau nennt – hat umgerechnet 7,8 Milliarden Euro gekostet, komplett ohne ausländische Hilfe finanziert. Das krisengebeutelte Nil-Land erhofft sich davon einen wirtschaftlichen Aufschwung.

Bei den vom Staatsfernsehen übertragenen Feierlichkeiten in der Stadt Ismailija wurden neben Staatschef al-Sisi auch internationale Gäste wie Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) und Frankreichs Präsident François Hollande erwartet. D

Die Erweiterung des Wasserwegs zwischen dem Roten Meer und dem Mittelmeer gilt als Meilenstein bei den Bemühungen von Präsident Sisi, nach jahrelangen Unruhen den Nationalstolz zu stärken und die Wirtschaft wiederzubeleben. Medien und Anhänger der Regierung feiern den Bau als Symbol: Nach vier Jahren des Konflikts und des Sturzes zweier Staatspräsidenten sei Ägypten zurück. „Unsere Kultur kann sehr sentimental sein und dies war das erste Mal, dass Ägypter so wachgerüttelt wurden“, meinte Adel Beschai, Wirtschaftsprofessor an der American University in Cairo. „Es war eine brillante Idee Al-Sisis.“

Beschai betrachtet den Ausbau des Suezkanals als ersten Schritt in einer neuen Ära der Entwicklung. Die bedeutende Handelsroute ist schon jetzt eine der wichtigsten Devisenquellen Ägyptens. Der Kanal wird betrieben von einer teilautonomen Behörde mit 25.000 Angestellten, die als einer der kompetentesten des Landes gilt.

Für die Erweiterung wurde entlang eines Abschnitts von 72 Kilometern des insgesamt 193 Kilometer langen Kanals gegraben und gebaggert. Dadurch entstand ein paralleler Wasserweg in der Mitte des Suezkanals. Mit einer Tiefe von 24 Metern ermöglicht der Wasserlauf nun die gleichzeitige Durchfahrt von Schiffen mit einem Tiefgang von bis zu etwa 20 Metern. Ursprünglich war der Ausbau auf drei Jahre angelegt, doch Präsident Al-Sisi ordnete an, dass er in nur einem Jahr fertiggestellt wird.

Der Suezkanal brachte im vergangenen Jahr Rekordeinnahmen von umgerechnet 4,8 Milliarden Euro. Die ägyptische Regierung schätzt, dass sie diese Summe bis 2023 auf rund zwölf Milliarden Euro anheben kann, wenn sie die Zahl der täglich durchfahrenden Schiffe auf 97 verdoppelt. Doch Ökonomen und Spediteure halten dies für zu optimistisch.

„Es geht nicht um Kapazität, es hängt alles von Handel zwischen Ost und West ab, Wachstum in der Weltwirtschaft, vor allem in Europa, und davon, wie die (Behörde) ihre Gebühren handhabt“, sagte Xu Zhibin von der ägyptischen Tochtergesellschaft des staatlichen chinesischen Konzerns Cosco, einer führenden Containerspedition weltweit.

Der Erfolg des Projekts hängt aber auch von der Sicherheitslage ab. Östlich des Suezkanals tobt auf der Sinai-Halbinsel ein Aufstand, der sich nach der Absetzung des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi durch das Militär 2013 intensiviert hatte. Ein Ableger der Terrormiliz Islamischer Staat hat mehrere große Anschläge auf ägyptische Sicherheitskräfte verübt. Dabei wurden Dutzende Soldaten und Polizisten getötet. Auch das ägyptische Festland hat eine Serie von Angriffen erlebt.

Die Regierung macht für fast alle Anschläge die als Terrorgruppe eingestufte Muslimbruderschaft von Mursi verantwortlich. Bei Polizeiaktionen sind seit Mursis Absetzung vor zwei Jahren Hunderte Islamisten getötet und Tausende inhaftiert worden.

Vor der Zeremonie am Donnerstag, zu der Al-Sisi und ausländische Würdenträger erwartet werden, wurde die Sicherheit entlang des Kanals verschärft. Ein Militärsprecher sagte, es seien zusätzliche Soldaten stationiert worden, um „mit Bedrohungen und potenzieller Aggression umzugehen“.

Aus Sicht von Fachleuten bleibt die Sicherheit eine Sorge für ausländische Investoren, deren Kapital für die nächste Phase des Suezkanal-Projekts gebraucht wird - die Erweiterung der Kanalzone um ein Logistikzentrum und andere Einrichtungen, die dringend benötigte Arbeitsplätze für die wachsende ägyptische Bevölkerung schaffen sollen.

Agentur
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Associated Press / Nachrichtenagentur
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dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Na also - geht doch.
    Man muß nur wollen und auf auswärtige Abhängigkeiten möglichst verzichten.
    Ausgerechnet die Ägypter machen der vermeintlich ach so fortschrittlichen Welt vor, wie es geht.

    Auch die Erweiterung ist eine gute und einträgliche Investition. Die Höhe der Duchfahrtgebühren läßt sich dazu recht einfach an den Zusatzkosten für die Rundung Afrikas berechnen - und nötigenfalls limitieren.

    Gut nur, daß nicht auch noch an dieser Stelle der steinzeitlich-dumme Islamismus mit zu reden hat. Das wäre vor allem dem aufgeklärten al-Sisi zu danken.

  • der kann ja auch einfach loslegen lassen und braucht nicht jeden Kilometer vor einem Gericht erkämpfen. Trotzdem tolle Leistung der Ägypter.

  • Respekt und das alles, weil er die islamischen Hassprediger entsorgt hat. Man sieht doch, was möglich ist, wenn man Islamisten beseitigt hat.

    Ich habe sehr große Achtung vor einem Staatsmann von diesem Format.

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